Es wird ein Mittelweg gewünscht
Der Einwohnerrat stimmt am 15. Mai über drei neue Varianten für die Tägi-Sanierung ab.

Nachdem die Bevölkerung das Projekt «Moraillon» zu Sanierung und Umbau des Sport- und Erholungszentrums Tägerhard an der Volksabstimmung am 23. September 2012 überraschend abgelehnt hatte, veranlasste der Gemeinderat gleich anschliessend eine Isopublic-Studie. Darin wurden 1000 Wettingerinnen und Wettinger nach den Gründen für die Ablehnung befragt. Als die beiden Hauptgründe kristallisierten sich die Grösse und die Kosten des Projektes heraus. Die Bevölkerung wünsche sich ein kleineres, billigeres Projekt mit gleichbleibendem Angebot – namentlich das Schwimmbad und das Eis sollen auf jeden Fall erhalten bleiben.
Nach der Studie wurde eine Begleitkommission bestellt, die das Projekt überarbeiten sollte. Sie formulierte folgende Eckpunkte: Es soll über zwei Varianten abgestimmt werden können, der Eisbetrieb soll während fünf Monaten gewährleistet sein, Eis-Ersatz (z.B. Kunsteis) soll geprüft werden, die Tribüne ist auf 300 Plätze zu beschränken, auf das Aussenwarmbecken wird verzichtet, die Minigolfanlage soll bestehen bleiben, und die Sanierung des Gartenbades soll angedacht, aber noch nicht vorgezogen saniert werden. Ebenso wurden als Eckpunkte die Kosten für die Minimalvariante bei 35 Mio. und für die Maximalvariante bei 55 Mio. angesetzt.
Bei einer Mitwirkungsveranstaltung am 9. September 2013 ergab sich, dass sich die Bevölkerung ein Projekt wünscht, das bezüglich Kosten und Grösse zwischen den vorgeschlagenen Varianten liegt. Die Mehrheit fand, dass auf eine Eishalle verzichtet werden könne, auf die Aufwertung des Eingangsbereichs und der Sauna aber lieber nicht. Daraufhin wurde eine zusätzliche Variante gemäss den nun vorliegenden Erkenntnissen erarbeitet. Der Einwohnerrat wird an der nächsten Sitzung über die drei Varianten abstimmen. Der Favorit von Bevölkerung und Gemeinderat ist dabei klar die Variante 2. Sie sieht bei 46,9 Mio. die Sanierung des Tägi vor, ein Dach über einem Eisfeld sowie Kinderplanschbecken, Sauna und einen zentralen Eingang. Auch die Begleitkommission empfahl die Variante 2 einstimmig zur Weiterbearbeitung – es sei ein ausgewogenes Projekt, biete betriebliche Verbesserungen, kundenfreundliche Abläufe, einen Mehrwert für die Nutzer, zeitgemässe Energieerzeugung und tragbare Kosten. So wird beispielsweise der Stromverbrauch um 20 Prozent sinken und der Heizöl-Verbrauch um 70 bis 100 Prozent reduziert. Das neue Tägi wird den Minergiestandard für Eissport- und Bäderanlagen erfüllen und besitzt eine Photovoltaikanlage zur Stromgewinnung.
Baurechtnehmerin und Eigentümerin ist die Gemeinde Wettingen, die das Tägi an eine Betriebsgesellschaft weitergibt. Das Tägi soll ein Eigenwirtschaftsbetrieb mit Leistungsauftrag sein, ähnlich wie das EWW, wodurch die Bau- und Planungsabteilung entlastet wird.
Nach dem Entscheid über die drei Varianten im Einwohnerrat am 15. Mai wird die Bevölkerung am 28. September über den Planungskredit von 3,3 Mio. für die gewählte Variante abstimmen können. Die Eröffnung ist für 2019 geplant.


