Einfach und solide bis 100

Marie Schneider- Eichenberger feiert nächste Woche ihren 100. Geburtstag.

Marie Schneider-Eichenberger würde, wenn sie etwas in ihrem langen Leben ändern könnte, mehr Geduld haben. ska
Marie Schneider-Eichenberger würde, wenn sie etwas in ihrem langen Leben ändern könnte, mehr Geduld haben. ska

Am 28. Juli wird Marie Schneider-Eichenberger 100 Jahre alt. Ihr Geheimnis? Sie habe immer ein ruhiges Leben geführt, wie sie sagt: «Ich habe immer brav und solide gelebt, und ganz einfach.» Geboren und aufgewachsen ist sie in Beinwil am See. Gerne wäre sie Köchin geworden, wie sie erzählt. Es sei aber nicht dazu gekommen. Mit sechs Geschwistern musste sie nach dem frühen Tod der Mutter im Haushalt auf dem elterlichen Bauernhof helfen. Durch die Heirat mit einem Zürcher kam der Umzug in den Nachbarkanton. Dort sind auch ihre Söhne geboren. Sie sind Marie Schneider-Eichenbergers grösste Freude: «Die sind mir gut geraten», schmunzelt sie nicht ohne Stolz. Und auch wenn die Zwillinge inzwischen selbst schon 70 Jahre alt sind, seien sie immer noch «meine Buben».

Bis auf eine kurze Zeit in Bern hat Marie Schneider-Eichenberger fast ihr ganzes Leben in Wettingen verbracht. Nach dem Umzug von Zürich hätten sie die ganze Entwicklung des Dorfes Wettingen miterlebt, wie ihr SohnJosef Schneider berichtet. Heute hat Marie Schneider-Eichenberger vier Enkelkinder und elf Urenkel. 2002 ist sie ins Alterszentrum St. Bernhard umgezogen, obwohl sie bis im letzten Jahr, als sie sich bei einem Sturz den Arm gebrochen hat, auch ohne Hilfe zu Hause zurechtgekommen wäre. Sie bereue diesen Schritt aber nicht, wissen ihre Söhne.

Eine besonders schöne Zeit noch einmal erleben möchte sie nicht: «Ich habe mein Leben gelebt – die schönen und die weniger schönen Zeiten, die es gegeben hat.» Trotzdem gäbe es einiges, was sie mit ihrem heutigen Wissen anders machen würde. «Vor allem mehr Geduld haben», sinniert sie. Welche Geschichte hinter dieser Erkenntnis steckt, mag sie aber nicht preisgeben und winkt ab: «Es gäbe aus meinem Leben viel zu erzählen – zu viel.» Einen weisen Rat allerdings hat sie, und der kommt wie aus der Kanone geschossen: «Ehrlich sein!»

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