E-Books im Handgepäck als Ferienlektüre
Seit vier Monaten können sich Benutzer der Bibliothek Wettingen - E-Books herunterladen.

Rund 5000 Medien stehen zum Herunterladen zur Verfügung. Wer sich keinen E-Reader kaufen will, kann sich das Buch auch auf den PC, auf ein Tablet oder das Handy laden. Mit dem «Kindle» hingegen ist das System nicht kompatibel. Im März haben sich Bibliotheksbenutzer von Wettingen 116 Bücher heruntergeladen, im April 194 und im Mai 276. Im Vergleich zu den über 100000 ausgeliehenen Printmedien und über 40000 Nonbooks im Jahr 2013 ist die Zahl zwar noch klein, «wir sind aber überzeugt, dass sie in Zukunft stark wachsen wird», sagt Katrin Diab, stellvertretende Bibliotheksleiterin.
Im Frühjahr 2012 startete die Stadtbibliothek Baden das Pilotprojekt. Ein Jahr später wurde mit vier weiteren Bibliotheken im Aargau ein Verbund gestartet, seit diesem Jahr gehören ihm 31 Bibliotheken an. Jede Bibliothek zahlt 5 Prozent ihres Medienkredits an den Verbund. An einer zentralen Stelle werden mit dem Geld die Lizenzen zum Herunterladen der elektronischen Bücher gekauft. Die Gemeinde Wettingen zahlt für das Angebot im Jahr 2014 3110 Franken. Die Benutzer können sich aus dem gesamten Angebot des Verbunds bedienen. Pro Lizenz darf jedoch nur ein Buch heruntergeladen werden. Hat sich also schon ein Benutzer von einer der 31 Bibliotheken das gewünschte Buch heruntergeladen, kann es während dreier Wochen nicht mehr auf den PC, Reader, das Tablet oder Handy geladen werden. «Leider kann es der Leser auch nicht früher wieder freigeben, wenn er es fertig gelesen hat oder nicht fertig lesen will. Es wird automatisch nach drei Wochen gelöscht», bedauert Bibliotheksleiterin Marie-Madeleine Stöckli.
Eine Konkurrenz zu den herkömmlichen Büchern sieht Katrin Diab in den E-Books nicht. «Ein gedrucktes Buch ist eine Art Kunstwerk. E-Books sind für mich aber während der Ferien eine gute Alternative, damit ich weniger einpacken muss.» Wider Erwarten würden auch ältere Personen dieses Angebot schätzen und nutzen. «Sie können einfach die Schrift vergrössern und müssen fürs Ausleihen und Zurückgeben nicht den Gang zur Bibliothek auf sich nehmen.» Angst, dass die Bibliothek irgendwann überflüssig wird, hat Diab nicht: «Die Bibliothek ist im Wandel und geht immer mehr Richtung Lesevermittlung und Sprach- und Leseförderung. Deshalb organisieren wir in diesem Bereich immer mehr Veranstaltungen und sind nicht mehr nur dazu da, Medien auszuleihen.»
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