«Die Idee hat allen sofort das Herz geöffnet»

Ein Konzert mit und für Menschen mit und ohne Behinderung soll die Barrieren zwischen den beiden abbauen: Am ersten «Rock 4 Handicap» am Samstag fand ein erstes Näherkommen statt.

Dölf Kellers Wunsch nach einem Rockkonzert von und für Behinderte wurde erfüllt. Foto: ska Polonaise vor der Bühne. Fotos: zVg/Beat Meier Zufriedene Gesichter bei den Organisatoren vom Rotary Club.

Dölf Kellers Wunsch nach einem Rockkonzert von und für Behinderte wurde erfüllt. Foto: ska Polonaise vor der Bühne. Fotos: zVg/Beat Meier Zufriedene Gesichter bei den Organisatoren vom Rotary Club.

Seit 2011 träumte Dölf Keller von einem Rockkonzert von Behinderten für Behinderte. Letzten Samstag wurde sein Wunsch nun erfüllt: Beim «Rock 4 Handicap» standen auf dem Zentrumsplatz Menschen mit und ohne Behinderung auf der Bühne. Möglich gemacht hat es der Rotary Club Wettingen-Heitersberg, der letztes Jahr sein 10-Jahr-Jubiläum gefeiert hat. Anstatt eines grossen Festes beschloss der Club, zehn Wünsche aus der Bevölkerung zu erfüllen. «Also habe ich eine Mail an den Rotary Club geschrieben», berichtet Dölf Keller. Heidi Suter von der arwo habe dann befunden, dass dieser Wunsch mit dem bestehenden Netzwerk des Clubs umsetzbar sei, berichtet Susanne Voser, ebenfalls Clubmitglied, Gemeindepräsidentin von Neuenhof und im organisatorischen Bereich der Wunscherfüllung tätig. Innerhalb eines halben Jahres konnte der Wunsch von Keller umgesetzt werden. Geholfen haben dabei die vielen Kontakte des Rotary Clubs. So konnte zum Beispiel Ursula Sager von der AKB angefragt werden, ob sie die Infrastruktur des AKB-Roadrunners einen Tag länger stehen lassen könnten. Gregi von Gregi’s Spatz erklärte sich sofort bereit, den Gastrobetrieb zu übernehmen. Die Bands fragte Martin Werner an, der auch am Open Air am Wettinger Fäscht beteiligt ist und daher die nötigen Kontakte und das Fachwissen im Technischen Bereich zur Verfügung stellen konnte. Gemeindeammann Markus Dieth hielt eine Rede. Martin Kosch kümmerte sich um die Infrastruktur. Martin Werner kreierte die Plakate und Flyer. «Jeder setzte sich dort ein, wo er seine Stärken hat», freute sich Voser.

Rund 15 Mitglieder des Rotary Clubs Wettingen-Heitersberg halfen beim Auf- und Abbau mit. «Wenn man einen derartigen Anlass organisiert, hilft jeder mit», freute sich Voser. Jeder fühle sich angesprochen und keiner frage danach, was ihm seine Mithilfe bringe. «Die Idee hat allen sofort das Herz geöffnet.» Auch den Gewerblern, bei denen Dölf Keller im Vorfeld nach Sachspenden für die Tombola bat. 50 Geschäfte habe er bei der grössten Sommerhitze nach Preisen gefragt, berichtet Dölf Keller. Gregi habe gemeint, er hätte selten so tolle Tombolaspenden gesehen.

Gerne hätte Dölf Keller noch bekanntere Stars auf der Bühne gesehen – Adrian Stern etwa, oder Tinkabelle. Mit den Auftritten von Levi Music, Subaltern und der Insieme Musig Band Baden/Wettingen, von der er viele Mitglieder persönlich kennt, ist er aber dennoch zufrieden. «Schönes Wetter wäre natürlich super gewesen», gibt er zu – doch vom strömenden Regen liessen sich die zahlreichen Zuschauer nicht abschrecken: Die Tische und Bänke unter den grossen Zelten waren am Samstagnachmittag voll belegt.

Für die Zukunft schweben Dölf Keller eine Stiftung für behinderte Künstler und weitere Konzerte vor. Im OK wünscht er sich mehr Menschen mit einer Behinderung – wenn auch eher Körperbehinderte als Menschen mit einer geistigen Behinderung, wie er einräumt. «Es ist ja ein Anlass für Behinderte – also dürfte es auch etwas mehr Behinderte dabei haben», ist seine Überlegung.

Wer sich für einen Einsatz im OK interessiert, meldet sich bei Dölf Keller per Mail an doelfkeller@hotmail.com

 

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