Bernau: Der Natur den Vortritt gewähren

Zur Förderung der natürlichen Lebensräume und der Artenvielfalt muss zuweilen der Mensch eingreifen. Dass dieses Eingreifen durchaus auch Spektakel bieten kann, beweisen die Arbeiten im Gebiet Bernau.

Der Fischpass des Elektrizitätswerks Zürich ist ausschliesslich den Fischen vorbehalten. Foto: mbo
Der Fischpass des Elektrizitätswerks Zürich ist ausschliesslich den Fischen vorbehalten. Foto: mbo

«Viele Passanten haben uns gefragt, was wir denn hier tun», berichtet Philipp Vock. Der Leiter Forstbetrieb erzählt geladenen Gästen von den Arbeiten des Gebietes Bernau, welches sich hinter dem neuen Werkhof des EWW zwischen Fohrhölzlistrasse und Limmatufer befindet. Bereits vor zehn Jahren wurde damit begonnen, dem sich ausbreitenden Wald Einhalt zu gebieten, dieses Jahr nun der Folgeeingriff: Die eindrückliche Menge von 90 Kubikmeter Holz wurde geschlagen. «Alle Schwarzföhren haben wir entfernt, Eichen, Kirschen und Obstbäume wurden hingegen eingebunden», erklärt Vock. Nicht nur die grobe Forstarbeit war für Passanten ein Spektakel: Um der Verbuschung Herr zu werden, tummelten sich nach dem Holzschlag über zwanzig Stiefelgeissen im Gebiet Bernau. «Das war schon beinahe eine Touristenattraktion», hält Antoinette Eckert fest. «Die Stiefelgeissen zählen zur ProSpecieRara und sehen durch ihr Fell tatsächlich aus, als trügen sie Stiefel», sagt der Biologe Hansmartin Ryser und fügtan: «Geissen fressen Laub, alsodie Blätter der Büsche und auch der stacheligen Brombeerenstauden.» Die Tiere werden in den nächsten fünf Jahren regelmässig das Gebiet Bernau beweiden, Mitte September kommen sie das nächste Mal.

Auf der gegenüberliegenden Limmatseite ist man hingegen bemüht, die Verbuschung, insbesondere der stacheligen Buschpflanzen, voranzutreiben. Auch dies dient der Artenvielfalt: Die Stacheln sollen den Fischpass des Elektrizitätswerk Zürich (ewz) vor Menschen schützen. EWZ-Mitarbeiter Martin Fricker führte die Anwesenden sachkundig und mit Engagement dem 577 Meter langen Fischpass entlang.

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