Aufstocken – Ja oder Nein?
Gut 60 Personen besuchten die öffentliche Informationsveranstaltung zur Aufstockung dreier Schulhäuser in der Schulanlage Margeläcker am letzten Montagabend.

Das Gerüst für das Baugesuch ist aufgestellt: Am Sonntag, 9. Juni, stimmen die Wettinger über das Kreditbegehren von 16183500 Franken für die Aufstockung um je ein Geschoss und bauliche Anpassungen der Schulhäuser 1, 2 und 3 der Schulanlage Margel-äcker ab. Vergangenen Montagabend informierte Gemeinderat Daniel Huser (Ressort Hochbau, Liegenschaften) über die baulichen Aspekte des Projekts. «Schulpflege und Gemeinderat sind der Meinung, dass das vorliegende Projekt pädagogisch, räumlich und finanziell ein sehr guter Wurf ist», so Huser. Das Projekt ist das Ergebnis aus einem Projektwettbewerb und aus der Zusammenarbeit zwischen Schulleitung, Schulpflege, Bau- und Planungsabteilung sowie dem Architekturbüro Eglin Schweizer Architekten, Baden.
Während der Bauphase werden die Schüler in einem kleinen«Container-Dörfli» untergebracht. Die Aufstockungen sind im Investitionsplan enthalten und die Erhöhung des Steuerfusses um drei Prozent im 2013 ist bereits erfolgt. Huser schloss seine Präsentation mit einer Darstellung des Zeitplans ab, der eine Bauvollendung im Oktober 2014 vorzieht – «eine sportliche, fast leistungssportliche Realisierung», gab auch Huser zu.
Bei der anschliessenden Fragerunde wurden in der folgenden guten Stunde viele kritische Stimmen laut. Die Anwesenden, darunter viele Anwohner, fragten sich besorgt, ob beim Projekt auf Kostengünstigkeit geachtet wurde, wie gut die Bauqualität ist, ob eine Zonenplanänderung vorgesehen ist, ob sich Schulwege und Bauverkehr nicht überschneiden und warum die Dreifachturnhalle und das Schulhaus Zehntenhof an diesem Abend nicht mitthematisiert wurden. «Es bezweifelt hier keiner, dass wir mehr Schulraum brauchen – es ist die Art und Weise, wie dieser beschafft wird, die uns stört», meldete sich ein Diskussionsteilnehmer. Immer wieder kam die Diskussion auch auf das Mittelstufenzentrum zurück, das die Involvierten in Gegner und Befürworter spaltet. Sowohl Vizeammann Heiner Studer als auch Helen Suter als Vertreterin der Schulpflege betonten wiederholt, dass die Zustimmung zum Margeläcker-Projekt keinen Zusammenhang mit dem Plan eines Mittelstufenzentrums habe. «Ob es ein Mittelstufenzentrum gibt oder nicht, hat keinen Einfluss auf das Bauvorhaben», so Studer.
Im Laufe des Abends wurde die Diskussion emotionaler. «Je länger ich mich mit dem Projekt beschäftige, desto skeptischer werde ich», äusserte sich eine Anwohnerin besorgt über die Schülerzahlen und ihre Gefährdung durch den Verkehr. Die Schülerzahlen werden aber auch während der Umstellungsphase von 5/4 auf 6/3 im 2015 nur bei rund 800 liegen und sich anschliessend bei errechneten 538 Schülern auf dem Areal Margeläcker einpendeln, wie Suter versicherte.
Auf die Frage, was bei einem Nein geschehe, musste Studer zugeben: «Einen Plan B haben wir nicht.» Es komme auf die Motive des Neins an. Laut Helen Suter hat zumindest die Schulpflege einen Plan B und würde in dem Fall mit Unterricht in Containern überbrücken.


