«Alles, was selber gemacht wird, fördert den Respekt vor dem Produkt»

«In diesen Sack habe ich Salat, Peterli, Salbei und Fenchel gepflanzt. Und hier wachsen verschiedene Beerensorten», sagt Gärtner Walter Germann und zeigt auf verschiedenfarbige, mit Gemüse, Kräutern und Beeren bepflanzte Säcke.

Walter Germann von Lägere Pflanzen AG präsentiert den Garten im Sack, der auch auf kleinem Raum Platz findet. Foto: bär
Walter Germann von Lägere Pflanzen AG präsentiert den Garten im Sack, der auch auf kleinem Raum Platz findet. Foto: bär

«Ältere Kunden verkaufen ihre Häuser und vermissen ihren Garten, jüngere haben noch keinen. Der Garten im Sack bietet ihnen die Möglichkeit, trotzdem eigenes Gemüse anzupflanzen», begründet Walter Germann von Lägere Pflanzen AG. Die Idee ist einfach: Man nimmt einen Sack aus Polyester oder Filz, füllt ihn mit Erde und pflanzt darin Gemüsesetzlinge. «Im Gegensatz zum Topf, in dem nur wenige Gemüsearten gedeihen, und dem teuren und platzintensiven Hochbeet kann man im Sack unabhängig vom Boden überall Gemüse anbauen und täglich frisch ernten», erklärt der Gärtner.

Die Idee des Gartens im Sack stammt allerdings nicht von ihm, sondern von einem Berufskolle-gen aus der Ostschweiz. Beim regelmässigen Erfahrungsaustausch von acht Gärtnern aus der ganzen Schweiz erzählte dieser von seinen Erfahrungen, die er damit letztes Jahr gemacht hatte. Spontan entschlossen sich die Berufskollegen zum Mitmachen und bestellten in China 10000 Säcke, die sich zum Bepflanzen eignen. «Wir nennen sie ‹SackGsund› und haben den Namen schützen lassen», sagt Germann.

Vor drei Wochen hat der Fachmann die ersten Säcke bepflanzt und im Gartencenter ins Freie gestellt. «Ich bin selber erstaunt, wie unwahrscheinlich gut das Gemüse darin wächst.» Die Kundschaft kann entweder den bereits bepflanzten Sack kaufen, der je nach Grösse und Inhalt zwischen 35 und 79 Franken kostet, oder den Sack selber bepflanzen. Germann ist gespannt, ob die Idee auch bei seiner Kundschaft Anklang findet. Allgemein sei der Trend festzustellen, dass die Leute gerne Gemüse aus der Region kaufen oder es noch lieber selber anpflanzen würden. «Das ist ganz in meinem Sinn, denn alles, was selber gemacht wird, fördert den Respekt vor dem Produkt.»

Steht beim Gärtner zu Hause auch ein bepflanzter Sack? «Nein, ich habe einen riesigen Gemüsegarten. Aber ich werde mir für zu Hause einen Sack mit Kräutern bepflanzen», sagt der Unternehmer. Die Zeit dazu sei übrigens ideal. «Allenfalls kann man noch die Eisheiligen Mitte Mai abwarten.»

 

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