Zwischen Natur, Farben und Surrealismus

Im Schaufenster der Galerie «jhago-art» ist eine abstrakte Darstellung des Weltalls zu sehen, im Innern hängen Bilder in verschiedensten Farben – der Abwechslungsreichtum an Sujets ist riesig. Dies ist der Arbeitsplatz der Künstlerin Jeannette Hasler-Gobbi – vor zwei Jahren hat sie hier ihr Atelier eröffnet.

Harmonische und gleichwohl kontrastreiche Bilder – geschaffen von der Künstlerin Jeannette Hasler-Gobbi. Foto: phn)
Harmonische und gleichwohl kontrastreiche Bilder – geschaffen von der Künstlerin Jeannette Hasler-Gobbi. Foto: phn)

Bereits auf den ersten Blick ist zu erkennen, dass die Natur als wichtige Inspirationsquelle für die Kunst Hasler-Gobbis dient. Die Bilder entstehen dabei intuitiv: «Wenn ich die weisse Leinwand vor mir habe, dann kommen mir die Ideen.» Ihre Arbeit versteht die Wettingerin als Prozess; so kann es durchaus vorkommen, dass etwas übermalt wird. Die Resultate ihres Schaffens sind kontrastreiche Bilder, welche beim Betrachter einen intensiven Eindruck hinterlassen.

Dies ist nicht zuletzt der Auswahl der Motive geschuldet: Einige Leinwände zeigen Abbildungen des Mondes und weitere Sujets, die sich am Himmel entdecken lassen: «Das Weltall interessiert mich sehr», erzählt Hasler-Gobbi, «die schiere Grösse des Alls und der Fakt, dass sich immer etwas Neues entdecken lässt, ist faszinierend.» Ihre Bilder beruhen jedoch nicht auf reiner Fantasie. Im Jahr 2009 – dem internationalen Jahr der Astronomie – interpretierte sie einige Fotos des Hubble-Teleskops und machte mit diesen eine Ausstellung.

Zuweilen lässt sie sich auch von Grossmeistern der bildenden Künste inspirieren. Vergangenes Jahr malte sie zu Ehren des 125. Jahrestages Vincent Van Goghs eine ganze Serie von Bildern, die an dessen Werk angelehnt sind: «Sein Duktus und die Art und Weise, wie er Farben verwendete, interessieren mich sehr.» So hat sie beispielsweise «Vincents Schlafzimmer in Arles» neu interpretiert – in durchaus kreativer Weise: In Hasler-Gobbis Version steht das Zimmer unter Wasser. Auch in anderen Werken sind Parallelen zum Surrealismus erkennbar. So erinnert ein Bild von einem Einhorn mit äusserst filigranen Beinen unweigerlich an Salvador Dalís «Les Elephants».

Die Arbeit mit Stift und Pinsel interessierte die Wettingerin schon von früh auf und zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben. Als Jugendliche entschied sich Hasler-Gobbi für eine Ausbildung als Hochbauzeichnerin: «Damals war eine solche Lehre durchaus mit Kreativität verbunden – man zeichnete noch nicht mit CAD, sondern von Hand.» Als sie sich mit Anfang zwanzig für eine längere Zeit in den Vereinigten Staaten aufhielt, stellte sie dort einige ihrer Bilder auf der Strasse aus. Später folgte ein Jahr an der Schule für Kunst und Design Zürich SKDZ, bevor sie sich zur Ausbildnerin für Gestaltung ausbilden liess.

So gibt Hasler-Gobbi ihre Erfahrungen mittlerweile an andere weiter. In regelmässigen Abständen organisiert sie Kurse, momentan arbeitet sie dabei eng mit Pro Senectute zusammen: Ob Aquarell, Kohle oder Kreide – in mehreren Lektionen vermittelt sie die Grundlagen der Farbenlehre. Mischungen aus Rot, Gelb und Blau, dazu Schwarz und Weiss für bestimmte Abstufungen – mehr braucht es nicht, um harmonische und gleichwohl kontrastreiche Bilder im Stile Hasler-Gobbis zu malen.

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