400 neue Rebstöcke gepflanzt

Als Ersatz von 34-jährigen Blauburgunder-Rebstöcken, wurden am 22. April rund 400 neue Stöcke auf 10 Aaren gepflanzt.

Legte am Dienstag selber Hand an: Gemeindeammann Markus Dieth.
Legte am Dienstag selber Hand an: Gemeindeammann Markus Dieth.

Die ersten Musterflaschen der neuen Stöcke werden 2017 erwartet. Der Rebberg an den Lägern gilt auch als prägendes Landschaftselement. Die Verbindung des Wettinger Weins mit dem Kloster Wettingen ist historisch untermauert. Die Klosterherren des Zisterzienserordens haben ihren Ursprung im Burgund, in Cîteaux. So ist der besondere Bezug zum Weinbau und insbesondere auch zur heute noch in Wettingen angepflanzten Pinot-Noir-Traube gegeben.

Einer der grossen Verdienste des Zisterzienserordens war die landwirtschaftliche Kultivierung. Es waren die Mönche, die die vorzügliche Wettinger Topografie für den Weinbau erkannt haben. Der Weinbau war früher ein wichtiger Faktor im Wettinger Wirtschaftsleben. Gute Weinjahre füllten die Fässer – Arbeit und Idealismus der Weinbauern wurden belohnt. Im Laufe der Jahrhunderte wuchs das Rebland auf rund 86 Hektaren und umfasste nicht nur den heutigen Bereich, sondern erstreckte sich vom Hangfuss entlang der Schartenstrasse über das Aesch bis in das Gebiet Letten. Rebgelände waren ferner der Sulperg- und der Bernauhang.

Ende des 20. Jahrhunderts begann wegen der einschneidenden Rebkrankheiten eine starke Reduktion der Rebberge. Heute umfasst das Rebgebiet von Wettingen noch ca. 15 Hektaren. Auch heute verleihen die steinigen, kalkhaltigen Böden den am sonnigen Südhang der Lägern gewachsenen Weinen ihren Charakter. Die gewonnenen Trauben werden zu jährlich rund 100000 Flaschen Wein verarbeitet. Ingesamt verfügt die Gemeinde über 3200 Blauburgunder- und 580 Cabernet-Dorsa-Rebstöcke. Im Vollausbau kann mit rund 8000 Flaschen gerechnet werden. Die Rebbaufläche der Gemeinde umfasst 112 Aaren, verteilt auf 8 verschiedene Parzellen.

Die Lägern gibt der grössten aargauischen Gemeinde einen einzigartigen Rahmen: Reb- und Weinbau ist nicht bloss Landwirtschaft, sondern auch Kultur. «Die Pflege dieser Kultur ist das grosse Verdienst unserer Wettinger Weinbauern und insbesondere auch der Weinbaugenossenschaft», sagt Gemeindeammann Markus Dieth. «Sie setzen sich nicht nur für Qualität des Wettinger Weines ein, sondern pflegen auch die Reben als eines unserer Kulturgüter.» (md)

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