Senioren singen und tanzen
Die musikalische Unterhaltung der Old Boys und die wertschätzenden Worte des Gemeindepräsidenten und Pfarrers kamen am Seniorennachmittag gut an. Einige schwangen sogar das Tanzbein.
Die angeregten Gespräche an den herbstlich dekorierten Tischen verstummten, als Gemeindepräsident Markus Mötteli das Wort ergriff und die rund 100 älteren Spreitenbacherinnen und Spreitenbacher zum traditionellen Herbst-Seniorennachmittag im römisch-katholischen Pfarreiheim willkommen hiess. Etwas ungläubig fragte er sich, ob die Zeit wirklich schneller vergeht oder ob man es mit zunehmendem Alter nur so empfindet. Die Feststellung «Ich war doch erst hier, als die Kuh therapiert wurde, und ich hoffe, dass es dem Tier wieder besser geht», wurde mit Applaus quittiert.
Rückblickend berichtete er über die Einweihung des neuen Schulhauses und die Eröffnung des Boostocksteges. «Beide Ereignisse, die gemeinsam mit der Bevölkerung gefeiert wurden, haben gezeigt, dass es solche Anlässe sind, die Spreitenbach auszeichnen», so Mötteli. Etwas Sorgen bereitet ihm das Gastroangebot in Spreitenbach. Nebst dem Restaurant Central bleibt auch das Vivagusto geschlossen. Nachdem die Spreitenbacher Ortsbürger die Restaurants Central und Heitersberg erworben haben, hofft er, dass beide Lokale im kommenden Frühling wieder eröffnen. Zum Schluss bedankte er sich beim Organisationsteam für die Ausrichtung des durch die Ortsbürger unterstützten Anlasses und bei der Kirchgemeinde für das Gastrecht.
Alt werden ist nichts Unanständiges
Auch die Grussbotschaft des reformierten Pfarrers Alex Kuzmitski fand beim Publikum Gehör. Er hob die Wichtigkeit der Beziehungen in der Gemeinschaft hervor. Der Pfarrer nahm Bezug auf das Buch des Schauspielers Joachim Fuchsberger mit dem Titel «Alt werden ist nichts für Feiglinge». Alt werden sei nichts Unanständiges, obwohl graue Haare, Falten und das Altwerden heute tabuisiert würden. Mit Cremes, gefärbten Haaren und vielem mehr wird heute versucht, kräftig und vital zu wirken.
Schunkeln, singen und tanzen
Den Höhepunkt des Nachmittags bestritten die Old Boys. Guido Fischer, Roli Neuhaus und Fredy Tellenbach gelang es, mit bekannten Melodien wie etwa «Marina» oder dem «Ententanz» das gut gelaunte Publikum zum Mittanzen und Mitschunkeln zu gewinnen. Als dann die ersten Töne von «Alls was bruchsch uf der Wält» erklangen, stimmten alle mit ein. Mit dem Auftakt zu einem musikalischen Potpourri, einer bunten Folge bekannter Melodien, war das Publikum nicht mehr zu halten. Und so formierte sich eine Polonaise, die sich rhythmisch durch die Tischreihen schlängelte und immer länger wurde. Die Musiker kamen nicht umhin, die vehement geforderte Zugabe zu gewähren. Eine Teilnehmerin sagte: «In musikalischen Erinnerungen schwelgen und dabei auch noch ein Tänzchen zu wagen, zu schunkeln und mitzusingen, hat richtig gutgetan.» Die dadurch verlorenen Kalorien wurden mit dem obligaten Sandwich und dem abschliessenden Kaffee samt Rüeblitorte wieder zugeführt. Der Anlass, der durch freiwillige Frauen um Heidi Sami bestens organisiert wurde, hat gezeigt, wie wichtig solche Nachmittage für die ältere Dorfbevölkerung sind.






