Dieses kleine Haus passt sich jedem Klima an

Neben der Umwelt-Arena in Spreitenbach kann ein Minergie-Gebäude besichtigt werden, das allen Wetterlagen standhält.

Das Minergie-Haus <em>steht direkt neben der Umwelt-Arena. (zVg)</em>

Das Minergie-Haus <em>steht direkt neben der Umwelt-Arena. (zVg)</em>

Das Haus <em>wird bis Ende November Max Chopards Büro sein. (zVg)</em>

Das Haus <em>wird bis Ende November Max Chopards Büro sein. (zVg)</em>

Minergie-Auszeichnung <em> angebracht. (zVg)</em>

Minergie-Auszeichnung <em> angebracht. (zVg)</em>

Wo normalerweise Velos, E-Bikes und Segways neben der Umwelt-Arena ihre Runden drehen, steht nun ein grosser Block: Es ist das Minergie-Gebäude «Biosphera Equilibrium». Vergangene Woche stellte die Umwelt-Arena zusammen mit den Entwicklern das Projekt vor.

Auf kleinen Stelzen steht das rund 15 Meter lange und nur drei Meter breite Gebäude-Modul. «Es handelt sich bei ‹Biosphera Equilibrium› um ein internationales Forschungsprojekt», erklärt Milton Generelli, Leiter Minergie-Agentur Tessin.

Das rechteckige Minergie-Häuschen soll neue Technologien testen, damit diese später in Gebäuden eingesetzt werden können.

Ein Haus, das auf seine Umwelt reagiert

Speziell an dem Haus ist seine Anpassungsfähigkeit: «Das Gebäude reagiert auf das Wetter und passt sich automatisch an», sagt Generelli. Ob im kühlen Klima der Nordschweiz oder bei Sonnenschein im Tessin: Das Minergie-Haus reagiert auf das Wetter.

Auch auf seine Bewohner geht das Gebäude ein. Die Temperatur, die Lichtverhältnisse sowie die Frischluftzufuhr reguliert das Gebäude selbstständig. Denn «Biosphera Equilibrium» soll stets für das Wohlbefinden der Bewohner sorgen.

Deshalb durfte vergangene Woche auch die Minergie-Auszeichnung des Kantons Aargau an das rechteckige Häuschen vor der Umwelt-Arena gehängt werden.

Haus zum Wohnen oder Arbeiten

Fenster hat das Gebäude nur auf einer Seite. Wobei die ganze Fassade aus Solarpanels besteht. Beim Betreten steigt sofort der holzige Geruch in die Nase: Die Innenräume sind mit Zirbelkieferholz ausgestattet. Ein Holz, dessen Geruch beruhigend auf den Menschen wirkt.

Drinnen warten ein Bett, ein Tisch, eine kleine Küche sowie ein Badezimmer auf die Besucher. «Das Gebäude kann als Wohnraum, Büro oder Schulzimmer genutzt werden», erklärt Milton Generelli. So wurde «Biosphera Equilibrium» im Tessin einige Wochen von einer Schulklasse genutzt.

In Spreitenbach darf Max Chopard, Projektleiter der Umwelt-Arena, das Minergie-Haus bis Ende November als Büro verwenden. «Während der Öffnungszeiten können die Besucher dann bei mir vorbeischauen und das Gebäude kennenlernen», sagt Chopard.

Pflanzen-Lampe und Vogelgezwitscher

Für die Ohren bietet das Haus ebenfalls etwas: Leises Vogelgezwitscher wägt die Bewohner trotz urbanem Umfeld in Waldnähe. Auch die Beleuchtung ist nicht wie in jedem anderen Haus. So imitieren die Lampen das Sonnenlicht.

Dabei fällt sofort die grosse Hängelampe über dem Küchentisch auf: Sie ist begrünt. Doch nicht einfach nur für schön. Die Pflanzen zeigen die Luftfeuchtigkeit an. Ist diese zu hoch oder zu niedrig, beginnt das Gewächs sich zu verfärben.

Ebenfalls eine Funktion hat die kleine Pflanze neben dem Bett. Sie ist ein lebender Filter, der die Luft von Schadstoffen befreien soll. Milton Generelli: «In diesem Haus dreht sich alles um das Wohlbefinden des Menschen und es soll dabei eine gewisse Nähe zur Natur geschaffen werden.»

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