Feuerwehr zeigte, was sie kann
Mit einem lauten Kommando begann am Freitagabend die Hauptübung der Feuerwehr, und sofort war klar: Die Bevölkerung würde nicht nur zuschauen, sondern mitten im Geschehen stehen.
Ein lauter Ruf, ein eindeutiges Handzeichen – und schon bewegten sich die ersten Feuerwehrleute Richtung Gemeindehaus. Kurz davor kam das Tanklöschfahrzeug mit Blaulicht und Sirenen angedonnert. Die zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauer rückten bei der Hauptübung näher zusammen. Manche hielten ihre Handys hoch, andere schirmten die Augen ab, um besser zu sehen. Es war der Moment, in dem die Übung Fahrt aufnahm. Vizeammann Daniel Burger begrüsste zeitgleich die Gäste und erklärte die Einsatzabläufe am halbstündigen Anlass.
Unterschiedliche Rettungenbeim Gemeindehaus
Der Flipchart war kaum aufgestellt, hielten Ablaufverantwortliche einzelne Punkte fest und machten Notizen. Die Aufgaben waren klar definiert. An drei Stationen rund um das Gemeindehaus gab es unterschiedliche Szenarien: zum Beispiel um Hilfe rufende Personen, die aus einem Fenster in den oberen Räumlichkeiten gerettet werden mussten. Zunächst wurden die Schiebeleitern ausgefahren. Es klappte nicht gleich alles beim ersten Anlauf. Die engagierten Truppen mussten korrigieren, bis die Leitern das entsprechende Fenster erreicht hatten.
Bei einer anderen Rettung drang dichter Rauch aus einer Tür – das war ein Einsatz für den Atemschutztrupp. «Der Rauch war künstlich, aber die Abläufe müssen sitzen wie im Ernstfall», sagte ein Atemschutzgeräteträger später. Eine Herausforderung, mit Vollmontur und Maske eine Rettung durchzuführen. Ein Jugendlicher aus dem Publikum meinte: «Ich hätte nie gedacht, dass das so schnell geht. Das sieht im Fernsehen ganz anders aus.» Am dritten Standort lag eine Puppe unter einem Fahrzeug: Ein Szenario, das die Zuschauerinnen und Zuschauer besonders fesselte. Die Feuerwehrtruppe arbeitete eng abgestimmt, hob das Fahrzeug durch externe Druckgebung leicht an, sicherte die Umgebung und zog die Puppe heraus. «Man merkt erst hier, wie wichtig jede Sekunde ist», sagte ein älterer Herr beeindruckt.
Stabwechsel bei der Feuerwehr
Der 43-jährige Philipp Faur ist neuer Kommandant der Feuerwehr Neuenhof (Artikel Seite 7). Sein Interimsvorgänger Thomas Schweizer hatte während fast zweier Jahre dieses Amt inne. Später wandte sich Schweizer an die Bevölkerung, dankte für das grosse Interesse und lobte die Mannschaft für die soeben geleisteten Einsätze.
Vor Ort waren als Zaungäste die Delegationen der Nachbarfeuerwehren Spreitenbach-Killwangen, Würenlos, Wettingen und der Stützpunktfeuerwehr Baden. Fabian Engel, Präsident des Aargauischen Feuerwehrverbands, richtete Grussworte zum Abschluss der diesjährigen Hauptübung an die Bevölkerung und betonte die Bedeutung solcher gemeinsamen Übungen. «Seit 210 Jahren existiert die Feuerwehr Neuenhof, und sie beweist Tag für Tag, dass Professionalität, Leidenschaft und ein starker Kameradschaftsgeist zeitlos sind. Auch nach über zwei Jahrhunderten steht das Korps rund um die Uhr bereit, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.» Die Sanitätsgruppe war ebenfalls präsent, ebenso eine Delegation der Regio Feuerwehr Oberer Bucheggberg. Das ist der neue Feuerwehrwirkungsort von Thomas Schweizer seit seinem Wegzug im Februar.
Abschluss in der Aula
Nach der intensiven, etwa halbstündigen Übung lud die Gemeinde in die Aula zum Nachtessen. Feuerwehrleute und Bevölkerung führten angeregte Gespräche, stellten Fragen und lachten miteinander. Ein gelungener Abschluss eines Abends, der zeigte, wie viel Engagement und Herzblut in der Feuerwehrarbeit steckt.
Die Feuerwehr mit Fahrzeugpark ist an der Limmatstrasse 21 untergebracht. Mit 94 Angehörigen der Feuerwehr (inklusive Sanitätsgruppe) und einer Ausrüstung auf dem neuesten Stand der Technik ist die Milizorganisation für die durchschnittlich 30 Einsätze pro Jahr gewappnet.
Die Feuerwehr sucht immer wieder junge Frauen und Männer zwischen 20 und ungefähr 40 Jahren, die sich für den Dienst in der Milizfeuerwehr interessieren.
Die Informationsanlässe finden wie folgt statt: 27. Oktober sowie 5. November, jeweils 19.30 Uhr. Ort: Feuerwehrmagazin, Limmatstrasse 21, Neuenhof. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.








