Unter uns

Fussballspiele schauen, das mache ich seit frühester Kindheit. Zunächst war ich eher unbewusst dabei, weil für ein Kleinkind das Geschehen auf dem Rasen – wo mein Vater kickte – wohl eher nebensächlich war. Später feuerte ich meinen jüngeren Bruder an, war an zig Meisterschaftsspielen, aber ebenso an ganzen Sonntagen an Turnieren in der Halle dabei. Auch als Fan des FC Aarau habe ich während unzähliger Auf- und Abstiegsrunden im Brügglifeld mitgelitten, bis 1993 der ersehnte Meistertitel kam. Anfang der 2000er-Jahre schrieb ich beruflich über den Fussball – über GC im Hardturm, den FCZ im Letzigrund – und über Eishockey mit den ZSC Lions im Hallenstadion. Lang ist es her.
Dass in der Region momentan die Unterlage, sprich der Rasen oder Kunstrasen, Schlagzeilen macht, ist dem Umstand geschuldet, dass immer Juniorinnen und Junioren dem runden Leder nachrennen. Im Herbst wird es sich wieder zeigen, wenn Trainings ausfallen oder Spiele verschoben werden müssen, weil die Naturrasen von den Gemeinden gesperrt werden, sobald Regen und Kälte Einzug halten. Dann drängen sie in die Mehrzweckhallen, die für so viele Vereine zu wenig Platz haben. So blicken die Würenloser Sportvereine auf den 27. September, wenn an der Referendumsabstimmung klar wird, ob der Kunstrasen im Tägerhard Realität wird oder bloss ein Traum bleibt. Der Wettinger Einwohnerrat sagte Ja zum Kunstrasen, aber auch zum Kürzungsantrag. So müssen 245000 Franken eingespart werden.
Viel Geld ist nötig für die Kunstrasen – unbestritten. Doch was gibt es Schöneres, als Kinder und Jugendliche bei ihrem Freizeitsport zu sehen, dem sie unbekümmert nachgehen können. Das sage ich nicht nur als Mutter zweier fussballbegeisterter Jungs.
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