Zukunftsweisender Antrieb für RVBW

31 Tage, 9400 Kilometer und 454 Stunden: Auf der Linie 1 zwischen Würenlos–Baden–Gebenstorf testeten die Regionalen Verkehrsbetriebe Baden-Wettingen einen neuartigen Hybrid-Gelenkbus.

Stellten Testergebnisse vor: Betriebsleiter Alfred Arndt, Direktor Stefan Kalt und Hans Boll, Leiter Technik (v.l.).sw

Stellten Testergebnisse vor: Betriebsleiter Alfred Arndt, Direktor Stefan Kalt und Hans Boll, Leiter Technik (v.l.).sw

Bewerteten neuen Bus positiv: Gemeindevertreter Markus Hugi (l.)aus Würenlos und Stefan Nipp aus Spreitenbach. sw

Bewerteten neuen Bus positiv: Gemeindevertreter Markus Hugi (l.)aus Würenlos und Stefan Nipp aus Spreitenbach. sw

Der Hybrid-Gelenkbus fuhr 31 Tage zwischen Würenlos und Gebenstorf. zVg

Der Hybrid-Gelenkbus fuhr 31 Tage zwischen Würenlos und Gebenstorf. zVg

Vergangenen Mittwoch stellte der Betrieb seine Erfahrungen den Gemeindevertretern des regionalen Verbandes vor. «Durchschnittlich 14 Jahre fährt ein Bus bei den RVBW», erklärt Stefan Kalt, Di-rektor der Verkehrsbetriebe. Ein grosser Teil des derzeitigen Fuhrparks sei bereits mehr als zehn Jahre alt. «Zeit, sich für die be- vorstehende Busbeschaffung zu wappnen», so Direktor Kalt.

Seit Herbst 2012 fahren Busse mit seriellem Hybridantrieb auf den Linien des RVBW. Die ökonomische wie ökologische Bilanz sei gut, «diese Fahrzeuge verbrauchen etwa 20 Prozent weniger Diesel», betont Alfred Arndt, Leiter des Betriebs. Der nun getestete Hybrid-Gelenkbus zeigt eine verbesserte Leistungsfähigkeit. Mit 39 Litern auf 100 Kilometer ist der Verbrauch gut 30 Prozent unter dem eines herkömmlichen Dieselbusses. Umgerechnet auf die gesamte Flotte ergäben sich deutlich geringere Kosten: «Eine hal- be Million Liter Diesel könnten wir jährlich einsparen», rechnet Arndt vor. Möglich macht das ein innovativer Antrieb: Diesel- und Elektromotor können gleichzeitig den Bus antreiben. Angefahren wird elektrisch, der Dieselmotor startet stufenweise. Um die Sicherheit beim lautlosen Anfahren zu gewährleisten, hat man sich bei den Verkehrsbetrieben etwas einfallen lassen: «Eine Melodie wurde angespielt, um Fussgänger vor dem herannahenden Bus zu warnen», berichtet Kalt.

Neben dem Sicherheitsaspekt wurde der Bus nach weiteren, klar definierten Kriterien überprüft. 73 Fahrerinnen und Fahrer fuhren in der Testphase den Bus, ihre Bewertungen von «gut» bis «sehr gut» zeugen von einer hohen Akzeptanz des Fahrzeugtyps. Auch Kunden wurden aktiv befragt: Von insgesamt 56 Nutzern der Linie 1 gaben 87 Prozent ein gutes bis sehr gutes Feedback, 13 Prozent hielten das eine oder andere verbesserungswürdig. «Fehlende Abfalleimer und das Raumklima wurden kritisiert», fasst Alfred Arndt zusammen.

Für den Betriebsleiter ist das Ergebnis der Testphase eindeutig. «Ein schöner Erfolg», konstatiert er. Gemeinderat Markus Hugi aus Würenlos sieht im neuen Antrieb «den nächsten Technologieschritt, der ansteht». «Und die vorhandene Infrastruktur kann weiterhin genutzt werden», fügt der Spreitenbacher Vizepräsident Stefan Nipp hinzu. In etwa zwei Jahren starten die RVBW die Ausschreibungen, Arndt stellt klar: «Noch ist die Wahl des Antriebs offen.»

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