Würenlos will Fahr unterstützen

Im Kloster Fahr herrscht dringender Sanierungsbedarf – Würenlos will nun zwei Millionen Franken dazu beitragen.

Priorin Irene Gassmann und Gemeindeammann Hans Ulrich Reber vor renovationsbedürftigen Friedhofsmalereien. Foto: ska
Priorin Irene Gassmann und Gemeindeammann Hans Ulrich Reber vor renovationsbedürftigen Friedhofsmalereien. Foto: ska

Malereien sind verblasst, die Elektrokabel sind zum Teil noch mit Baumwolle umwickelt und die Fenster lassen die Kälte herein und die Wärme hinaus. 20 Millionen Franken sind für die Sanierung des Klosters notwendig, 11 davon werden für die dringendsten Sanierungsmassnahmen so schnell wie möglich gebraucht. Erste Spenden in Höhe einer guten Million Franken sind bereits eingegangen, wie Priorin Irene Gassmann erfreut berichten kann, und 200000 Franken wendet das Kloster jährlich selbst für Renovationen auf. «Mit dieser grossen Instandsetzung sollen die Kosten der weiteren Instandhaltung niedrig gehalten werden», erklärt die Priorin.

Nun hat sich die Gemeinde Würenlos dazu entschieden, das Kloster zu unterstützen: In Anbetracht der finanziell angespannten Lage von Würenlos habe der Gemeinderat überlegt, welche Summe dem Kloster gespendet werden kann. Eine Beteiligung an den Sanierungskosten in Höhe von zwei Millionen Franken erachtet der Gemeinderat als angemessen zu spenden – die erste Million wird in den nächsten zehn Jahren in Tranchen von 100000 Franken pro Jahr ausgezahlt, beginnend 2013. Natürlich vorausgesetzt, dass die Würenloserinnen und Würenloser diesem Vorschlag bei der Einwohnergemeindeversammlung am 5. Juni zustimmen.

Gemeindeammann Hans Ulrich Reber weiss, warum das Kloster nun diese grosse Summe braucht: «Das Kloster Fahr hat keine besondere Tradition bezüglich privater Spenden wie andere Klöster.» Erst 2008 – im selben Jahr, als das Kloster Fahr Teil von Würenlos wurde – wurde auch der Verein Pro Kloster Fahr ins Leben gerufen, der heute bereits 520 Mitglieder zählt. Bis dahin sei kaum je aktiv zu Spendenzahlungen aufgerufen worden. Hans Ulrich Reber selbst schätzt das Kloster Fahr: «Es gehört zu den Hauptsehenswürdigkeiten von Würenlos und ist eine der wertvollsten Anlagen im Limmattal. Es ist eine wohltuende Ruhe, die man hier erleben darf.» Das Kloster sei ein beliebtes Ausflugsziel im Grossraum Zürich und auch die integrierte Bäuerinnenschule erfreue sich grosser Beliebtheit. «An diesen Tatsachen wird sich in nächster Zeit nichts ändern.» Auch deshalb ist er guter Dinge, was die Abstimmung im Juni angeht: «Der Gemeinderat erachtet es als seine Pflicht, die Anlage zu erhalten und finanziell zu unterstützen.»

Spreitenbach und Neuenhof haben bereits Geld gespendet. Würenlos wird mit dieser grossen Spende eine Art Vorreiterrolle übernehmen, denkt auch Priorin Irene Gassmann: «Würenlos tut den ersten Schritt und wird anderen den Weg erleichtern.» Die Entscheidung der Würenloser – da sind sich alle einig – wird Einfluss auf den Kanton und die anderen Gemeinden haben.

Um der Bevölkerung eine Vorstellung der Sanierungsprojekte zu geben, wird am Samstag, 28. April, um 16 Uhr eine Führung mit besonderem Augenmerk auf die Mängel des Klosters durchgeführt.

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