Regen und Sonne an der Mini-Badenfahrt in Würenlos
Der Zentrumsplatz verwandelte sich am Wochenende in eine kleine Festmeile, die Bauten der Festbeizen beeindruckten.
Die Würenloser liessen sich vom Regen den Start ihres Dorffests nicht vermiesen – und hatten vorgesorgt: Die hingestellten Bauten boten viele gedeckte Plätze, die am Donnerstagabend vor Regen schützten und später Schatten spendeten. Die Betreiber der 22 Beizen und Bars liessen sich nicht lumpen. Im «Bike-Treff» rundeten Velopneus die Bistrotische ab, ein ausgedientes Velo diente als Tischunterbau. Die Ideen, am Dorffest eine Beiz zu machen, entstanden genauso spontan wie der Bike-Treff selbst. «Zusammen mit Kollegen hatten wir gerade das Haus meines Bruders fertig umgebaut und fragten uns, was wir nun mit der freien Zeit machen könnten», sagt Jürg Möckel, «einer schlug vor, zusammen biken zu gehen.» Das war vor 20 Jahren, seither geht eine Gruppe von zehn Leuten jeden Dienstagabend miteinander biken. Erstmals betrieben sie am Dorffest eine Festbeiz und verkauften wie am Dorffest Spezialwürste aus Bäretswil.
Auch Raffaele Aponte war erstmals als Gastgeber am Würenloser Dorffest. Ein Unbekannter ist er im Dorf aber nicht; von Dienstag bis Freitag steht er mit seinem Essensstand beim Bahnhof und verkauft Fisch- und Fleischburger. «Ich stamme aus Süditalien, Fischspezialitäten liegen mir im Blut», sagt Aponte, der in seiner Freizeit fischt. Als er sich als gelernter Koch selbstständig machen wollte, war für ihn klar, dass er sein eigenes Konzept umsetzen will. «Ich verkaufe zum Beispiel Burger mit Tintenfisch, Crevetten oder Thunfisch.» Auch der Stand der Tierphysio von Julie Ernst ist neu. «Als wir am letzten Dorffest bei der Jubla an der Bar sassen, es war schon etwa 3 Uhr, beschlossen wir, nächstes Mal selber ein Angebot zu machen», sagt Désirée Burch, die gerade Waffeln bäckt. «Sind wir die ersten Kunden?», fragen Mosers. Mutter, Vater und Sohn freuen sich, als Burch nickt.
Essen, trinken und Musik
Nicht nur fürs leibliche Wohl war am Dorffest gesorgt, sondern auch für Unterhaltung. Das Oberstufenensemble machte in der «Blasiustropical»-Festbeiz der Musikgesellschaft und der «Fassbodechlopfer Wettige» den Anfang. Ein paar Meter davon entfernt konnten die Besucher das erste gedruckte Exemplar «Würenloser Dorfgeschichten» anschauen. Autorin Alexandra Zihlmann und Gemeindeschreiber Daniel Huggler, der sie unterstützte, waren sichtlich zufrieden über die knapp 50 Gäste, die an die Vernissage kamen. «Es ist ein ganz schönes Gefühl, das Buch in der Hand zu halten», sagt Zihlmann.
Positive Bilanz zieht auch OK-Präsident Nico Kunz, der sich über die schönen Bauten freute. «Würde das Fest zehn Tage dauern, wäre es fast eine kleine Badenfahrt», sagt er sichtlich erfreut. «Ich bin immer noch beeindruckt von der Energie, der Stimmung und dem grossen Zusammenhalt, den wir an diesen drei Tagen erleben durften.»