Wendepunkt für Verein Alterszentrum

Nach dem Aus des Projekts Margerite will sich der Verein neu ausrichten. An einem Infoabend sprachen die Mitglieder über neue Aufgaben. Die Gemeinde verspricht Unterstützung.
Nach dem Scheitern des 30-Millionen-Projekts Margerite für 80 Bewohnende auf der Zentrumswiese musste sich die Gemeinde Würenlos neu orientieren. Sie prüft aktuell mit einer Arbeitsgruppe die Standorte «Im Grund» hinter dem Steinhof und «Im Wiemel» neben dem Schwimmbad für den Bau eines Alterszentrums.
Zum Verhängnis wurde dem Projekt auf der Zentrumswiese die freie Sicht auf den Turm der Alten Kirche und der Alten Mühle. Die kantonale Denkmalpflege sprach sich gegen das Vorhaben aus und der Regierungsrat stützte diesen Entscheid. «Margerite» ist nicht das erste Projekt, das scheitert. Das Dorf wartet schon seit mehr als 60 Jahren auf ein eigenes Altersheim. Insbesondere der Verein Alterszentrum Würenlos, der genau hierfür ins Leben gerufen wurde. Ursprünglich wollten dessen Mitglieder ein Altersheim realisieren und selbst betreiben. Später wurde diese Aufgabe der Gemeinde und einer Aktiengesellschaft, der Alterszentrum AG, übertragen. «Unsere Hauptaufgabe ist weg. Braucht es uns überhaupt noch?», wollte Vereinspräsident Alain Cornuz an einem Informationsabend vergangene Woche von den rund 40 erschienenen Mitgliedern wissen.
«Wir haben unser Ziel noch nicht erreicht»
In der Diskussion in der Alten Kirche Würenlos zeigte sich aber rasch, dass der Verein nach wie vor eine Daseinsberechtigung hat. «Wir haben unser Ziel, ein Alterszentrum für Würenlos, noch nicht erreicht. Es ist wichtig, dass wir die künftigen Betreiber und die Gemeinde unterstützen, vielleicht auch mit unserem Vermögen», hiess es von einem Mitglied. Man könne den Verein jetzt nicht auflösen, fand eine andere Person. «Wir benötigen dringend altersgerechten Wohnraum in Würenlos. Ältere Menschen, die jahrelang hier im Dorf gelebt haben, sollen hierbleiben und nicht ins Gnadenthal oder nach Spreitenbach ins Altersheim müssen.»
Diesbezüglich gab der anwesende Ammann Anton Möckel (parteilos) Entwarnung. «Der Gemeinderat will 20 Alterswohnungen im Gebiet Gatterächer bauen. Wir werden bald mit der Finanzkommission über die Trägerschaft diskutieren.»
Nachbarschaftshilfe wird zum Thema
Angesprochen wurde auch der Wunsch, sich als Verein weiterzuentwickeln und etwa Nachbarschafts- und Seniorenhilfe anzubieten. In diesem Zusammenhang stellte sich die Genossenschaft KISS Region Baden vor, die Nachbarschaftshilfe in 24 Gemeinden organisiert. Koordinatorin Rosmarie Meier erzählte von ihrer Arbeit als Vermittlerin und von den Dienstleistungen, die beansprucht werden können.
Inspiriert davon, zeigten sich die Anwesenden offen, ein solches Angebot ebenfalls ins Auge zu fassen und wenn möglich selbst aufzubauen. Dafür kündigte Ammann Möckel sogar Unterstützung von der Gemeinde an. «Eine Koordinationsstelle, die Helfende und Senioren miteinander verbindet, sollte von der Gemeinde geschaffen und getragen werden», sagte er. Möckel schlug zudem vor, die Statuten des Vereins anzupassen und den Zweck zu erweitern. Und: «Vielleicht täte auch eine Umbenennung in Verein Alter oder Verein fürs Alter gut.»
Vereinspräsident Alain Cornuz zeigte sich aufgrund des Feedbacks positiv gestimmt. «Das war ein sehr wertvoller Abend. Wir haben ein klares Signal bekommen», sagte er. Man werde die nötigen Schritte einleiten. «Ob wir es bis zur Vereinsversammlung am 19. Mai bereits schaffen, wissen wir aber noch nicht.»


