«Tu alles nur, solange es dir Freude macht»

Toni Möckel wird im Oktober 60 Jahre alt. Seine Firma 70. Er schaut zurück und blickt nach vorne.

Toni Möckel ist leidenschaftlicher Büezer. Seine Liebe zur KMU-Landschaft begann früh, als er für einen kranken Freund seines Vaters ein Gartenbaugeschäft operativ leitete. Er tat dies während zweier Jahre, um dann mit zarten 25 die Firma des Vaters zu übernehmen. Dieser machte noch weiter die Buchhaltung, bis er 83 Jahre alt war. Die Bodenständigkeit der Möckels zeigt sich in jedem Strang der Unternehmens-DNA der Möckel Garten AG. Die Maschinen und Fahrzeuge werden nicht geleast, sondern gekauft. Mit temporäreren Arbeitnehmern hat er nichts am Hut. «Wer bei uns arbeiten möchte, wird eingestellt», sagt er bestimmt. Eine Firma auf Kredit und Raten will er nicht. Genau so handhabt er jedes Unterfangen seines Lebens. 23 Jahre lang unterrichtete er in der Erwachsenenbildung, bereitete Fachkräfte auf die Berufs- und Meisterprüfung vor. 11 Jahre lang war er im Vorstand des Kinder- und Erwachsenenschutzdienstes (KESD). Seit 7 Jahren ist er Präsident des Camping Heliosport Aargau in Auenstein und seit 14 Jahren im Gemeinderat, wovon er seit 6 Jahren als Ammann amtet. Ein Mann mit vielen Hüten. «Mache, was dir Freude bereitet, und nur so lange, wie du es erträgst», ist sein Credo.

Fachkräftemangel und Nachfolgelösung

Die Gartenbaubranche beklagt Fachkräftemangel. Das sieht auch Möckel ein, sei davon aber nicht betroffen. Ganz im Allgemeinen nimmt er bei dieser Thematik gerne die Betriebe in die Verantwortung. «Wenn man Lehrlingsplätze mit ungeeigneten Jugendlichen besetzt, muss man sich nicht wundern, wenn sie die Ausbildung nicht durchziehen.» Ebenfalls sei es für ihn schon sein ganzes Leben wichtig gewesen, seine Lernenden nach der Lehre zu behalten und sie weiterzuentwickeln. Diese Strategie zahlt sich aus: «Unser ältester Mitarbeiter machte 1978 seine Lehre bei uns. Und viele, die gingen, kamen wieder zurück.» Mit seinen sechzig Jahren und Erfahrungswerten aus diversesten Tätigkeiten findet er auch, dass viele Menschen wohl eine verfälschte Idee vom Arbeitsmarkt hätten. «Schlussendlich zählen nicht die Titel eines Bewerbers und seine Diplome, sondern seine Arbeit.» Das Sammeln von Papierchen nütze nichts, wenn man keine Praxis mitbringe. «Oft waren unsere besten Lernenden Real- oder schwache Sek-Schüler. Wir stellten immer den Menschen in den Fokus und nicht die schulischen Noten.» Auch bei der Nachfolgelösung sei es um die Möckel Garten AG gut bestellt. Er ist im Moment am Einarbeiten einer langjährigen Mitarbeiterin, die den Betrieb übernehmen soll. Wann das der Fall sein wird, wisse er aber noch nicht. Sicher sei, dass er aber, so es die Gesundheit zulasse, über das Pensionsalter hinaus arbeiten möchte.

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