Fränkischer Brauch in Würenlos

Geschäftsleiterin Barbara Cook (r.) und Hortleiterin Luisa Zeidler beim Brunnen. zVg

Geschäftsleiterin Barbara Cook (r.) und Hortleiterin Luisa Zeidler beim Brunnen. zVg

Achtsamkeit ist gefragt, damit die Eierschale beim Bemalen nicht zerbricht. bär

Achtsamkeit ist gefragt, damit die Eierschale beim Bemalen nicht zerbricht. bär

Volle Konzentration beim Dekorieren der Eierschalen. bär

Volle Konzentration beim Dekorieren der Eierschalen. bär

Der Glitzer klebt auch an den Fingern. bär

Der Glitzer klebt auch an den Fingern. bär

Mit Farbe und Klarlack dekoriert. bär

Mit Farbe und Klarlack dekoriert. bär

Mithilfe der Serviettentechnik bemalen die     Kinder die Eier.  Melanie Bär

Mithilfe der Serviettentechnik bemalen die Kinder die Eier. Melanie Bär

Seit Sonntag schmückt eine Dekoration mit Ostereiern den Brunnen am Haselplatz. Bemalt wurden sie von Kindern in der Würenloser «Kinderoase». Geschäftsleiterin Barbara Cook will die Bevölkerung mit dem fränkischen Brauch erfreuen.

«Hast du all die Eier gegessen, Michelle?», fragt der Siebenjährige, der mit einem Pinsel Glitzer auf die weisse Eierschale streicht. Zusammen mit fünf anderen Kindern dekorierte er vor zehn Tagen im Untergeschoss der Kindertagesstätte «Kinderoase» in Würenlos Eier. Der Bub hat bemerkt, dass der Inhalt fehlt, die Schale leer ist. «Nein», antwortet Michelle lachend und klärt den jungen Hortbesucher auf, dass die 80 Eier zu Omeletten verarbeitet wurden. Bevor die Kinder die Eierschalen verzieren konnten, haben die Kita-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter zwei Löcher in die Schale gestochen, den Dotter mit einem Zahnstocher verrührt und den Inhalt aus der Schale gepustet.

Vergangene Woche haben die Kinder die Eierschalen mit Farbe, Fingerabdruck, Glitzer und weiteren Techniken verziert. Mit der Hälfte der Eier haben die «Kinderoase»-Mitarbeitenden am Wochenende einen Grüngutkranz dekoriert und beim Brunnen am Haselplatz angebracht. «Der verzierte Brunnen soll für eine fröhliche Frühlingsstimmung sorgen», begründet Geschäftsleiterin Barbara Cook.

Osterbrauch aus Deutschland

«Ich stamme aus der Fränkischen Schweiz, wo die Tradition solcher Osterbrunnen herkommt», sagt sie. Rund um Ostern werden dort Brunnen mit Girlanden aus Tannengrün sowie mit bunt bemalten Eiern, Bändern und weiteren Dekorationen geschmückt. Der Brauch entstand im frühen 20. Jahrhundert und steht sinnbildlich für den Frühling, neues Leben sowie die Bedeutung des Wassers, vermutet sie. «Wir wollen damit einen kleinen österlichen Akzent im Dorf setzen und der Bevölkerung eine Freude bereiten, ähnlich wie die Adventsfenster vor Weihnachten», so Cook.

Sie hofft, dass mit dem diesjährigen Schmücken eines ersten Brunnens nächstes Jahr auch andere Organisationen oder Personen mitmachen und mehr als ein Brunnen dekoriert wird. «Es wäre schön, wenn die Tradition auch in Würenlos übernommen würde.»

Sie wollen Bevölkerung erfreuen

Zumindest dieses Jahr müssen die Würenloser nicht nach Nordbayern oder Bischofszell fahren, um einen traditionell verzierten Brunnen zu bestaunen. Mit 40 Eiern kommt er jedoch nicht an den grössten Osterbrunnen der Welt heran, der sich in Bieberbach bei Egloffstein befinden soll. «Er hat es mit exakt 11108 liebevoll handbemalten Eierschalen in das Guinnessbuch der Rekorde geschafft», heisst es auf der Website der Touristenregion der Fränkischen Schweiz.

Cook ist bereits zufrieden, «wenn wir den Würenlosern eine kleine Freude bereiten konnten und einige einen Osterspaziergang zum Brunnen machen».

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