Ein Begegnungsort mit Visionen

Seit Anfang Juni ist der Steinhof einmal pro Woche geöffnet.

Sarah Buck mit den zwei kleinen Gästen Francesco (l.) und Noa.Foto: bär
Sarah Buck mit den zwei kleinen Gästen Francesco (l.) und Noa.Foto: bär

Mittwochnachmittag, kurz vor drei Uhr. Vor dem Restaurant Steinhof weist ein Schild darauf hin, dass der Gasthof geöffnet ist. Am Fenster sind farbige Kinderzeichnungen aufgemalt. Und auch drinnen ist vieles auf Kleinkinder ausgerichtet: Auf dem Spielteppich liegen Bücher, Spiele, Plastikautos und Plüschtiere, auf dem Tisch Malpapier und Stifte.

«Mit dem Kafi Knirps habe ich mir einen Herzenswunsch erfüllt», sagt Sarah Buck. Die 36-Jährige will mit dem Angebot Pädagogik und Gastronomie mixen. Im Kafi Knirps, das jeden Mittwochnachmittag geöffnet hat, kann man die Kinder nicht nur spielen oder betreuen lassen, sondern beim Kaffeetrinken oder Kuchenessen Kontakte mit anderen Müttern oder Vätern knüpfen, einen Termin für eine Erziehungsberatung abmachen oder eine Kindergeburtstagsparty durchführen lassen. Ganz neu werden auch von Müttern hergestellte Accessoires wie Kappen oder kleine Taschen zum Kauf angeboten. Einmal pro Monat findet zudem ein Event statt, Ende Oktober war es ein Kasperlitheater, an dem die gelernte Krankenschwester und Sozialpädagogin, die in ihrer Freizeit auch als Sängerin auftritt, selber mitspielte.

«Im Juni haben wir gut gestartet, nach den Sommerferien war ein paar Wochen Flaute», resümiert die Würenloserin. Zwischen 4 bis 40 Besucher kommen jeweils an den Mittwochnachmittagen im Café vorbei. Damit ist das Unternehmen noch lange nicht kostendeckend, Buck und ihre Kollegin arbeiten unentgeltlich und auch Miete muss nur den Einnahmen entsprechend bezahlt werden. «Es ist mir bewusst, dass man mit Kaffee und Kuchen kein rentables Café führen kann, deshalb versuche ich, Sponsoren für das Projekt zu gewinnen», sagt Buck und fügt an, dass das Weiterbestehen ohne diese ungewiss sei.

Da auch die Zukunft des Steinhofs nicht geregelt ist, steht das neue Projekt momentan noch auf unsicheren Beinen. «Es wäre schade, wenn das Kafi Knirps wieder schliessen würde», sagt Nadine Andreacchio, die an diesem Nachmittag mit ihrem Sohn eine Kollegin im Kafi trifft. «Es ist gemütlich und man weiss, dass es auch andere Kinder da hat», sagt die Würenloserin. Gaststätten, die so auf Kinder ausgerichtet seien, gebe es sonst kaum. Über solche Rückmeldungen freut sich Sarah Buck, die selber keine Kinder hat. «Ich wünsche mir, dass der Steinhof wieder ein lebendiger Begegnungsort wird, wo man Visionen spinnen kann.»

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