Eine letzte Übung für den Vizekommandanten

Am Freitagabend trainierte die Feuerwehr Würenlos an der Hauptübung für den Ernstfall. In diesem Jahr wurde das Augenmerk auf Rettungen gelegt.

Wagemutig klettern die Feuerwehrleute auf die Leiter. (Bilder: Philippe Neidhart)

Wagemutig klettern die Feuerwehrleute auf die Leiter. (Bilder: Philippe Neidhart)

Geordnetes Chaos ist in Kriseneinsätzen üblich.

Geordnetes Chaos ist in Kriseneinsätzen üblich.

Am Freitagabend trainierte die Feuerwehr Würenlos an der Hauptübung für den Ernstfall. In diesem Jahr wurde das Augenmerk auf Rettungen gelegt.

Aus einem Haus an der Dorfstrasse dringt Rauch aus den Fenstern, trotz eisigen Temperaturen drängen sich Dutzende Schaulustige um das Geschehen. Im Scheinwerferlicht machen sich erste Feuerwehrleute an die Arbeit – wir befinden uns mitten in der diesjährigen Hauptübung der Feuerwehr Würenlos. Unter dem Heulen von ohrenbetäubenden Motorengeräuschen wird die grosse Leiter ausgefahren und kurze Zeit später kann ein junger Mann gut gesichert aus dem obersten Stock des Hauses transportiert werden. «Wenn die Person unten ist, wird sie zum Verwundetennest gebracht, dort trifft die Sanität weitere Abklärungen», erklärt Sprecher und angehender Vizekommandant Jürg Markwalder die Situation.

Über 60 Feuerwehrleute stehen an diesem Abend im Einsatz, um die Situation so schnell wie möglich unter Kontrolle zu bringen. Kein einfaches Unterfangen, denn das brennende Gebäude hat eine angebaute Scheune sowie einen Stall – und gerade hier liegt im Ernstfall ein Gefahrenherd: «Es fehlt eine Brandschutzwand», erklärt Übungsleiter Tobias Ellenberger, «so könnte das Feuer relativ schnell übergreifen.»

Abschied nach 31 Jahren

Der Schwerpunkt bei der diesjährigen Hauptübung lag beim Thema Rettungen. Ziel war es, den korrekten Ablauf zu üben, die Verletzten zu betreuen und dabei auf die eigene Sicherheit zu achten – gerade die vielen Schläuche am Boden könnten in der Eile nämlich schnell zu Stolperfallen werden, so Ellenberger. An der Nachbesprechung zog der Übungsleiter dann ein positives Fazit: «Die Zielsetzungen der Mannschaft wurden erfüllt – ich danke euch allen für den super Einsatz.» Zum Schluss gab es noch einen Applaus für den Einsatzleiter Andreas Moser, der nach 31 Jahren die Feuerwehr verlassen wird. «Es ist ein spezieller Moment – es ist ein Lebensabschnitt, der zu Ende geht», so der abtretende Vizekommandant Moser, der mehr als sein halbes Leben in der Feuerwehr verbracht hat. Am meisten werde er die Kameradschaft vermissen. «Glücklicherweise kann diese auch neben der Feuerwehr gepflegt werden.» Und ganz wird Moser der Feuerwehr nicht den Rücken zukehren: «Bei den kommenden Hauptübungen werde ich sicher unter den Zuschauenden zu finden sein.»

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