Lauf für Ärmste in Uganda

Mutter Käti (62), Sohn Micha (34) und Enkel Seraiah (8) absolvieren Anfang Juni in Uganda einen Sponsorenlauf. Sie wandern 21 Kilometer, um für das Hilfswerk «Compas­sion» Geld zu sammeln.

Sie sind bereit für das Abenteuer: Micha, Seraiah und Käti Wüthrich. Irene Hung-König
Sie sind bereit für das Abenteuer: Micha, Seraiah und Käti Wüthrich. Irene Hung-König

Zwischen dem 2. und 9. Juni laufen Frauen, Männer und Kinder in Uganda einen Marathon oder einen Halbmarathon. Das Sportereignis kann auch wandernd oder auf 120 Kilometern fahrend miterlebt werden. Der sogenannte «Muskathlon» wird durch die christliche Bewegung «4M» gemeinsam mit dem Kinderhilfswerk «Compassion» organisiert. Die Teilnehmenden sammeln zum Start des Spendenlaufs rund 10000 Franken oder sie vermitteln Patenschaften für Kinder im Programm des Hilfswerks. Das Ziel: Kinder aus der Armut zu befreien, den Kreislauf der Armut zu durchbrechen.

«Wir haben bislang rund 12000 Franken gesammelt, versuchen aber, auch Leute für Patenschaften zu gewinnen, was noch nachhaltiger ist.»

Das Dreigenerationen-Team der Wüthrichs freut sich auf das Abenteuer und erzählt, worum es ihm geht: «Ich habe ein Patenkind in Uganda. Albert ist jetzt schon 16 Jahre alt. Ich unterstütze ihn und deshalb wurde ich angefragt», erzählt Käti Wüthrich. Da ihr Sohn Micha gerne Marathons laufe und auch schon davon gesprochen hatte, etwas in dieser Form zu machen, habe sie ihn gefragt. «Wir hatten ebenfalls ein Patenkind über ‹Compassion› unterstützt, allerdings in den Philippinen», sagt Micha Wüthrich. Dieses Engagement sei aber nun beendet. Die Mails der Organisation landeten trotzdem noch bei Micha Wüthrich und so wurden sie auf den «Muskathlon», den Sponsorenlauf in Uganda, aufmerksam.

Bereits Marathon geplant

Die Familie Wüthrich fliegt in die Hauptstadt Ugandas, nach Kampala, und von dort geht es dann rund 100 Kilometer ostwärts in ländliches Gebiet. «Ich plante schon länger einen Marathon. Doch meine Mutter sagte, sie würde wandern.» Da auch sein Sohn Seraiah interessiert war und bereits einige Male mit ihm mittrainiert hatte, einigten sie sich auf den Halbmarathon von 21 Kilometern. Der Parcours kann auch mehrere Male absolviert werden, so wie man das möchte.

Während der ganzen Woche werden die Kinderzentren besucht. Die Teilnehmenden können so sehen, wie ihre Patenschaften funktionieren und das Geld eingesetzt wird. Der achtjährige Seraiah freut sich vor allem auf den Kid’s Day mit diversen Spielen und viel Spass. «Dort springe ich dann sofort in den Pool», sagt Seraiah lachend. Seine Grossmutter erklärt ihm, dass es dort wohl keinen Pool gebe. Diesen gebe es nur im Hotel, meint Vater Micha Wüthrich.

Geld für Lebensmittel

Rund 10 Personen aus der Schweiz und 20 aus Deutschland reisen nach Ostafrika. Micha und Käti Wüthrich waren noch nie in Uganda. «Es hat jetzt drei Jahre nicht mehr geregnet in Uganda. Das führte zu extremen Lebensmittelkrisen. Der Grossteil des gesammelten Geldes wird für Lebensmittelpakete investiert», sagt Micha Wüthrich. Natürlich fliesst ein Teil des Geldes auch in die Kinderzentren. Rund 42 Prozent der Bevölkerung in Uganda leben unter der Armutsgrenze.

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