Im Klostergarten wächst die «Gerippte Rote» – eine Tomatendegustation

Die ersten aus nicht mehr erhältlichem Saatgut gezogenen Tomaten wurden in der Klostergärtnerei degustiert. Die «Gerippte Rote» machte das Rennen.

Vielleicht schon bald eine eigene Kloster-Tomate: Die «Gerippte Rote». (Melanie Bär)

Vielleicht schon bald eine eigene Kloster-Tomate: Die «Gerippte Rote». (Melanie Bär)

Fabian Meier nimmt ein Stück Tomate, beisst hinein und sagt: «Die ist auch fein, aber geschmacklich nicht so stark wie die andere.» Er nimmt einen Stift und notiert seinen Eindruck auf dem Beurteilungsblatt. Seine Kolleginnen und Kollegen aus der Klostergärtnerei tun es ihm gleich.

Nach fast zweistündiger Degustation sind sich die Mitarbeiter der Klostergärtnerei einig: Die «Gerippte Rote» soll weiter gezüchtet werden. Läuft alles nach Plan, kann man die Tomate in zwei Jahren in der Klostergärtnerei im Frühjahr als Setzling und im Herbst als Gemüse kaufen.

Im Moment ist das Samengut der «Gerippten Roten» nicht mehr erhältlich. Im Rahmen des Projekts «Sagezu», was Sortenvielfalt und Saatgutsouveränität bedeutet, werden in der Klostergärtnerei seit Frühjahr sechs verschiedene Tomatensorten aus nicht mehr erhältlichem Saatgut gezogen. Ziel dieses vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) unterstützten Projekts ist es, dass angepasste, lokale Sorten entstehen.

Es ist wie einen Tresor aufmachen

Landschaftsgärtnerin und Mitarbeiterin der Klostergärtnerei Katrin Cavigelli ist in einer Fachzeitschrift auf das Projekt der Samengemeinschaftszucht gestossen und freut sich über die Wahl. «Die Tomate war gut in der Keimung.» Nächstes Jahr wird sie sich ganz auf diese Tomate konzentrieren und die Zucht vermehren.

Freude hat auch Robert Zollinger. Er ist fürs Projekt verantwortlich und war bei der Degustation dabei. Für ihn sei es immer wieder spannend, mitzuerleben, welche Frucht oder welches Gemüse aus einem Samen entstehe. «Es ist, wie wenn man einen Tresor aufmacht, man sieht erst dann, was zum Vorschein kommt», sagt Zollinger.

Vorher habe man einzig den Beschrieb des Saatguts. Sagts und übergibt den Klostergärtnerinnen und -gärtnern weitere kleine Papiertütchen mit Samengut. Neben den Tomaten wird in der Klostergärtnerei künftig nämlich noch nicht mehr erhältliches Saatgut von Bohnen, Nüssli- und Wintersalat gezogen. Wer weiss, vielleicht degustieren die Klostergärtner demnächst noch den Salat zur Tomate.

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