«Einfach eine normale Mutter sein»

Seit 50 Jahren setzt sich die Elternrunde Baden Wettingen für Elternbildung ein. Das Thema hat auch nach einem halben Jahrhundert nicht an Wichtigkeit verloren. Vergangene Woche referierte die ehemalige Leiterin der Pädagogischen Hochschule in Zürich, Dorothea Meili, in Wettingen.

Referentin Dorothea Meili im Gespräch mit den Organisatorinnen der Elternrunde, Manuela Maeder und Christa Meier (v.l.).Foto: bär
Referentin Dorothea Meili im Gespräch mit den Organisatorinnen der Elternrunde, Manuela Maeder und Christa Meier (v.l.).Foto: bär

«Schauen Sie auf die Ressourcen anstatt aufs Defizit», sagte Dorothea Meili, Erwachsenenbildnerin, Autorin sowie ehemalige Primarlehrerin und Leiterin der Pädagogischen Hochschule. Mit diesem Tipp machte sie auch gleich die Veränderung zum früheren Erziehungsstil deutlich, als man sich vor allem auf den Mangel fokussierte.

Etwas mehr als ein Dutzend Personen – mehrheitlich Mütter – hatten sich in der Aula der Heilpädagogischen Schule eingefunden, wo Meili zum Thema «Helikoptereltern» referierte. Sie verglich Familienmodelle von früher und heute und zeigte die Vor- und Nachteile der «subito»-Generation auf, wie sie die Kinder von heute schmunzelnd nannte. Als Eckpfeiler gab sie den Eltern drei Sachen mit auf den Weg: die Kinder zu erziehen, ihre Stärken zu sehen und mit ihnen an schwierigen Situationen zu arbeiten.

Eine Mutter wollte wissen, wie sie den Konflikt mit ihrem Kind entschärfen könne, das abends beim Einschlafen und morgens beim Aufstehen Mühe habe. «Konzentrieren Sie sich zuerst darauf, wie dem Kind am Morgen das Aufstehen erleichtert werden kann. Vielleicht hilft es ihm, wenn es das Morgenessen erst in der Schulpause einnimmt», sagte Meili und riet der Mutter, sich erst in einem zweiten Schritt ums Einschlafen zu kümmern. Als weiteres Beispiel erzählte sie von einer Mutter, die klagte, dass ihre zwei Kinder sich häufig streiten würden. Meili bat sie, sich eine Woche lang zu achten, in welchen Situationen sich die beiden nicht streiten würden. Nach einer Woche habe sich die Frau gut gelaunt gemeldet. «Weil sie sich auf die positiven Situationen achtete, hat sie gemerkt, wie oft die Kinder friedlich sind.»

Aus dem langen Applaus am Schluss zu schliessen, hat Meili die Anliegen der Eltern getroffen. Auch die von Christa Meier vom Elternverein: «Es tat gut zu hören, dass man keine Übermutter sein muss, sondern einfach eine ganz normale Mutter sein kann.» Weitere Angebote der Elternrunde: am 31.1., 19.30 bis 22 Uhr zum Thema Internet, Chat und Communities, Anmeldung: www.elternrunde.ch. Referate von Dorothea Meili am Elternbildungstag, 8./9.3., Baden, Infos: www.elternbildungstag.ch

Weitere Artikel zu «Wettingen», die sie interessieren könnten

Kajütenbetten im Inneren des Bauwagens. zVg
Wettingen15.07.2026

«Mahnmal» vor dem Pflegeheim

Mit einem Bauwagen machte die Stiftung Sonnmatt auf das abgelehnte Baugesuch für den Erweiterungsbau aufmerksam.

Leser Paul von Matt schickte der Redaktion…

Kommandant Oliver Gross (l.) erhält den Schlüssel von Ammann Markus Haas.
Wettingen08.07.2026

Am «Fäscht» neues TLF eingeweiht

Nach Verzögerungen war es am «Wettiger Fäscht» endlich so weit: Das neue Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Wettingen konnte eingeweiht und vorgestellt werden.

Markus Haas «bestreitet» sein erstes «Wettiger Fäscht» als Ammann.awa
Wettingen08.07.2026

Die 51. Ausgabe war ein voller Hit

Das «Wettiger Fäscht» ist vorbei: Was bleibt gemäss OK-Präsident Silvan Möhl, ist das Gefühl von Stolz, Dankbarkeit und Gemeinschaft.

Konzerte, unzählige…