Eine Umzonung soll den Weiterbestand sichern

Seit vergangener Woche liegen die Entwürfe zu einer Zonenplanänderung an der Bergstrasse öffentlich auf. Für die Stiftung Begegnung mit Tieren hängt der Weiterbestand von der Umzonung ab, sagt Betriebsleiter Luz Sozzi.

Luz Sozzi zeigt auf dem Modell in seiner Stube, wo umgezont werden soll. Melanie Bär
Luz Sozzi zeigt auf dem Modell in seiner Stube, wo umgezont werden soll. Melanie Bär

«Nur wenn diese halbe Hektare Land von der Landwirtschafts- in eine Spezialzone geändert wird, können wir den Betrieb, der jetzt auf unserem privaten Areal steht, dorthin verlegen und ihn so langfristig sichern», sagt Luz Sozzi. Der Betriebsleiter der Stiftung Begegnung mit Tieren zeigt auf ein dreidimensionales Modell, das auf dem Stubentisch in seinem Bauernhaus an der Bergstrasse 77 steht. Die Parzelle befindet sich auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Damit sich die Stallungen und Büroräumlichkeiten künftig nicht mehr auf dem Privatareal der Familie Sozzi befinden, sondern auf dem erworbenen Areal, muss die Fläche in die «Spezialzone für tiergestützte Intervention» geändert werden. Mit dem Erwerb der Liegenschaft vor sieben Jahren wurde gleichzeitig die Stiftung Begegnung mit Tieren gegründet. Mit diesen beiden Massnahmen soll der Familienbetrieb mit dem pädagogisch-therapeutischen Angebot mit Hilfe von Tieren zu einem langfristig gesicherten Sozialunternehmen werden. 

Denn was Eva Sozzi vor 22 Jahren erstmals für Freunde und Bekannte anbot, ist längst zu einem Kleinbetrieb gewachsen. Heute arbeiten neben Eva und Luz Sozzi, die den Betrieb leiten, zwei Sozialpädagoginnen, eine Psychotherapeutin, vier Mitarbeitende und eine Lernende mit. 25 Kinder der Heilpädagogischen Schule (HPS) Wettingen, 40 Klienten von verschiedenen Sozialinstitutionen, 18 Privatpersonen sowie Senioren in verschiedenen Altersheimen in der Region nutzen die Angebote mit den Pädagogen und Tieren. «Für möglichst viele Menschen ein vielseitiges Angebot zu schaffen, um Tieren zu begegnen, mit Tieren zu lernen und mit Tieren gesund zu werden» lautet die Betriebsvision.

Privat und Geschäft trennen und so den Betrieb langfristig sichern

Im Moment ist das Wohnhaus der Familie Sozzi gleichzeitig Dreh- und Angelpunkt des Betriebs. Es steht inmitten der Tierställe und Aussengehege. Mit der Änderung könnte das Bauernhaus der Familie auch wirklich als Privathaus genutzt und der Weiterbetrieb unabhängig der Familie gesichert werden. 
Geplant ist der Bau einer 225 m² grosse Reithalle mit Aussensandplatz, untergeschossiger Garage sowie einem Infrastrukturgebäude mit Büro und sanitärer Anlage, einem 300 m² grossen Pferdestall und je 70 m² grossem Eselstall und Kleintieranlage. Zurzeit beherbergt der Hof rund 80 Tiere, von Pferden bis Kleintieren.

Rund sieben Jahre hat es gedauert, bis der Kanton die Umzonung guthiess. Bis am 21. September läuft das Mitwirkungsverfahren, während dem sich jedermann zum Projekt äussern kann. Danach beginnt das Einspracheverfahren. «Ich bin optimistisch, dass es keine Einsprachen gibt und die Umzonung Ende Jahr vollzogen ist», so Sozzi. Danach gelte es, die dafür notwendige Finanzierung von rund 1,5 Millionen Franken zu sichern, zu bauen und den Betrieb voraussichtlich im 2023 in der neuen Anlage weiterzuführen. 

Familie Sozzi hofft, dass es klappt und ihr Lebenswerk weitergeführt werden kann. «In der Region gibt es kein vergleichbares Angebot. Wenn wir schliessen müssen, sind 70 Personen davon betroffen», sagt der 66-Jährige. Er war einst als Chemiker in Industriebetrieben tätigt und ist mittlerweile Präsident des Vereins für Pferdegestützte Therapie Schweiz.

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