«Der Gedanke ‹Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mich nicht zur Verfügung gestellt› ging mir noch nie durch den Kopf»

Nach 100 Tagen im Amt sieht Sandro Sozzi (CVP) bei der Kinderbetreuung Handlungsbedarf und beschreibt sein Amt als «anspruchsvoll, aber sehr spannend».

Was war Ihre erste Amtshandlung und wie haben Sie sich dabei gefühlt?

Sandro Sozzi (CVP): Am 1. Januar habe ich am Neujahrs- Apéro auf dem Zentrumsplatz teilgenommen. Das war ein ruhiger Start ins neue Jahr und in meine neue Aufgabe. Es waren viele interessante Menschen dort und ich konnte gute Gespräche führen.

Die ersten 100 Tage liegen hinter Ihnen: War es so, wie Sie es sich vorgestellt haben, was war anders?

Im Grossen und Ganzen habe ich es so erwartet. Die Aufgaben sind anspruchsvoll und aufwendig, aber auch sehr spannend. Der Gedanke «Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mich nicht zur Verfügung gestellt» ging mir noch nie durch den Kopf.

Wie hat sich Ihr Leben verändert?

Ich stelle keine grossen Veränderungen fest. Am Abend bin ich öfters unterwegs, dafür tagsüber mehr zu Hause.

Was ist die grösste Herausforderung an Ihrem neuen Amt?

Das Ressort Bildung ist gross, es umfasst rund ein Viertel des Gemeindebudgets. Es gibt viele Interessengruppen und alle haben Ansprüche, welche bearbeitet werden müssen. Das ist wohl die grösste Herausforderung.

Was macht Ihnen am meisten Spass am Gemeinderat-Sein?

Die Zusammenarbeit mit all den verschiedenen Menschen, das ist sehr bereichernd.

Wie viel Zeit investieren Sie durchschnittlich?

Ich schreibe mir die Zeiten auf und kann daher genau sagen, dass ich bis jetzt rund 50% meiner Arbeitszeit für den Gemeinderat aufwende. Apéros nicht inklusive… Ich erwarte aber einen Rückgang auf rund 30 bis 40%. Ich habe viel Zeit ins Einarbeiten und Kennenlernen investiert, das wird bald wegfallen.

Was bleibt auf der Strecke?

Eigentlich wenig, mit der Wahl in den Gemeinderat habe ich ein anderes Engagement beendet, das geht in etwa auf.

Haben sich Ihre vor Antritt gesetzten Ziele verändert und welche sind es?

Im Wahlkampf habe ich geschrieben, dass ich mich für eine solide Bildung mit vielseitigem Unterricht einsetzen möchte. Das gilt noch. Konkreter habe ich mir vorgenommen, zuerst einen Überblick zu bekommen und dann zu entscheiden, was ich in vier Jahren erreicht haben will. Zurzeit läuft eine umfassende Schulevaluation, diese wird zeigen, wo aktuell Handlungsbedarf besteht. Ich kann aber sagen, dass die Schule sehr gut aufgestellt ist. Im Bereich der Kinderbetreuung gibt es aktuell Handlungsbedarf. In den letzten zwölf Monaten wurde dem Ressort Bildung die Verantwortung für die Tagesstrukturen und den Krippenpool übertragen. Dazu tritt ab August 2018 das neue Kinderbetreuungsgesetz in Kraft. Das hat gewisse Anpassungen zur Folge, daher wird mein Fokus in den nächsten sechs Monaten eher in diesem Bereich liegen. (LiWe/bär)

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