Der Einwohnerrat spricht sich für eine Integrationsfachstelle aus

Fünf Gemeinden der Region Baden planen eine Fachstelle für Integration. Sie soll die Angebote koordinieren und vernetzen.

Wettingen <em>beteiligt sich am Plan einer regionalen Fachstelle. André Albrecht/Archiv</em>
Wettingen <em>beteiligt sich am Plan einer regionalen Fachstelle. André Albrecht/Archiv</em>

«Haben wir in Wettingen ein Integrationsproblem?», fragte CVP-Einwohnerrat Thomas Benz in der Diskussion um die Einführung einer eigenen Fachstelle für Integration in der Region Baden. Klar beantworten konnte die Frage an der Sitzung von vergangenem Donnerstag niemand.

Baden, Ennetbaden, Wettingen, Neuenhof und Würenlos möchten die Integration in der Region gemeinsam fördern. Die Fachstelle soll Migranten informieren und beraten. Im Herbst 2018 lag ein Konzept vor. Wettingen hätte sich an diesem Pilotprojekt mit 25000 Franken beteiligen sollen. Killwangen und Spreitenbach waren damals auch dabei. Sind unterdessen nicht mehr dabei. Der Wettinger Beitrag hat sich damit auf 35452 Franken pro Jahr erhöht.

Nun hat der Einwohnerrat über den Vertrag abgestimmt, der diese Zusammenarbeit regeln soll. SVP und CVP stellten sich dagegen. Es gebe bereits ein grosses Integrationsangebot vonseiten Kirchen und Vereinen. Die SVP befürchtet Kosten für etwas, das nicht dringend nötig sei. Zudem schreibe das Gesetz die Schaffung einer Fachstelle nicht vor. Auch die CVP ist der Meinung: «Wir haben keinen Bedarf, kein Gesetz, kein Geld.» Die FDP sei zwar kritisch, der Zeitpunkt für einen Ausstieg sei jedoch falsch, sagte Judith Gähler. Franziska Widmer vom Forum5430 hielt dagegen: «Mit einer Fachstelle kann die ausländische Bevölkerung abgeholt und vernetzt werden.» Leo Scherer (WettiGrüen) sagte: «Die Gemeinde ist in der Pflicht, aktiv etwas zur Integration zu tun. Mit dieser Vorlage kann dies gemacht werden.» Am Schluss der Diskussion hatte Gemeinderat Philippe Rey das Wort: «Wir haben über Jahre abgeklärt, was die beste Lösung für Wettingen ist. Dieses dreijährige Pilotprojekt ist die beste, günstigste und effizienteste Lösung.» Schliesslich sah es die Mehrheit des Einwohnerrates auch so. Wenn auch nur knapp: Er nahm den Gemeindevertrag mit 21 Ja- gegen 18-Nein-Stimmen an. Es gab eine Enthaltung.

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