Blitz, Brand und Überschwemmung: Zivilschutz übt grösstes Katastophenszenario

An einer Grossübung spielen je 100 Zivilschützer und Militärangehörige sowie Feuerwehrleute ein Katastrophenszenario durch.

Im Tägi legen Soldaten eine Abrollstrasse aus, damit die Lastwagen nicht auf der Wiese einsinken. (Melanie Bär)

Im Tägi legen Soldaten eine Abrollstrasse aus, damit die Lastwagen nicht auf der Wiese einsinken. (Melanie Bär)

Ronald Rickenbacher Kommandant der Zivilschutzorganisation Wettingen-Limmattal. (bär)

Ronald Rickenbacher Kommandant der Zivilschutzorganisation Wettingen-Limmattal. (bär)

Blick ins Zelt, in dem die Bevölkerung übernachten könnte.(bär)

Blick ins Zelt, in dem die Bevölkerung übernachten könnte.(bär)

Soldaten bauen ein Wasserbecken auf. (bär)

Soldaten bauen ein Wasserbecken auf. (bär)

Martin Erne, Kommandant der Militärkompanie, die die Zivilschützer unterstützt. (bär)

Martin Erne, Kommandant der Militärkompanie, die die Zivilschützer unterstützt. (bär)

Kinder von Angehörigen werden während deren Einsatz beschäftigt. (bär)

Kinder von Angehörigen werden während deren Einsatz beschäftigt. (bär)

Wasser, um das Feuer zu löschen. (Cédric Zbinden)

Wasser, um das Feuer zu löschen. (Cédric Zbinden)

Die Zivilschützer räumen Steine aus dem Weg.(cz)

Die Zivilschützer räumen Steine aus dem Weg.(cz)

Auch die Feuerwehr war im Einsatz. (cz)

Auch die Feuerwehr war im Einsatz. (cz)

Vergangene Woche am Montagmorgen um 5 Uhr: Bei den Einsatzkräften der Zivilschutzorganisation Wettingen-Limmattal klingelt das Telefon. Die Alarmierung für die Grossübung mit dem regionalen Führungsorgan läuft auf Hochtouren.

Um 6 Uhr steht Kommandant Ronald Rickenbacher bereits im Kommandoposten Langäcker, dem Führungsstandort, wo sich das Kader im Führungsraum besammelt.

Das passiert nach extremer Trockenheit

Der Beamer projiziert die Landkarte der Region an die Wand und das Ausmass der Katastrophe wird sichtbar: Nach extremer Trockenheit hat sich ein massives Gewitter über Wettingen entladen. Der stundenlange Regen kann auf dem trockenen Boden nicht abfliessen.

Überschwemmungen und Trinkwasserverschmutzung sind die Folge. Rickenbacher zeigt auf die Karte: «Die Galerie zwischen Neuenhof und der Einfahrt Baregg ist überflutet und hier auf der Landstrasse steht das Wasser ebenfalls.»

Hinzu kommt, dass im Wettinger Kieswerk Teile der Wand abbrechen und die Strasse nicht mehr stabil ist. Ein Blitzeinschlag führt zudem zu einem Waldbrand. Die Einsatzkräfte sind gefragt und begeben sich ihrer Funktion entsprechend auf ihre Posten.

Einsatz über drei Tage

32 Stunden später ist Ronald Rickenbacher noch immer auf den Beinen. Zwei Stunden war er mal kurz daheim, ansonsten ist er im Einsatz. Mittlerweile hat seine Mannschaft zwei Männer im Wald geborgen, die verschüttet waren.

Zudem haben Militärangehörige, die ebenfalls im Einsatz sind und die Zivilschützer unterstützen, ein Wasserbecken aufgestellt und Schläuche gelegt, damit die Feuerwehr Wasser aus der Limmat Wasser pumpen kann, um den Brand zu löschen.

Auch wenn es sich vergangene Woche um eine Grossübung handelte und nicht ernst galt, waren die Zivilschützer und Armeeangehörigen konzertiert bei der Sache und gaben vollen Einsatz. «Natürlich ist es ein anderer Druck, als wenn man weiss, dass es ernst ist. Und trotzdem ist auch bei einer Übung eine gewisse Anspannung da», sagt Rickenbacher.

Ziel ist es, alle drei Jahre eine Grossübung zu organisieren

Solche realitätsnahen Übungen seien wichtig. «Wir erfahren so, was wir verbessern können, das Lernen aus Fehlern ist Gold wert.» Sein Fazit dieser Übung: Die Alarmierung verbessern und aktiver mit Partnerorganisationen kommunizieren.

Nun gilt es, dies umzusetzen und in einer nächsten Übung anzuwenden. Alle drei Jahre will Rickenbacher künftig eine solche Grossübung durchführen. Für dieses Mal endete sie am Mittwochabend mit der Übungsbesprechung auf der Zirkuswiese.

Nach mehr als 60 Stunden Einsatz heisst es abtreten. Rickenbacher und seine Truppe kann endlich nach Hause, um den fehlenden Schlaf nachzuholen.

Weitere Artikel zu «Wettingen», die sie interessieren könnten

Die Ausstellung im Parlatorium ist wieder geöffnet.
Wettingen08.04.2026

Klosterkirche ist restauriert, gereinigt und wieder offen

Nach einjähriger Restaurierung und Reinigung ist die Klosterkirche wieder offen. Beim Saisonstart am Montag erhielt die Bevölkerung Einblick.

«Mein…

Wettingen08.04.2026

Verbaler Angriff auf Ammann Haas

Die SVP Wettingen geht nach dem Millionen-Defizit der Rechnung 2025 Neo-Ammann Markus Haas (FDP) an und fordert ihn zum Rücktritt auf.

In der Medienmitteilung…

Die Wiese im Tägerhard. Wird sie zum Standort von Hitachi Energy? Elizabeth Desintaputri
Wettingen01.04.2026

Bevölkerung soll sich am Verfahren beteiligen

Der Gemeinderat Wettingen startet am 2. April mit der Mitwirkung zur Teilrevision der Nutzungsplanung «Tägerhardächer».

Gemäss Mitteilung der Gemeinde soll mit…