Big-Brother-Auto im Einsatz

Gemeinde lässt den Strassenraum vermessen mit speziellem Messfahrzeug

Mehr Kameras als das Google-Auto: Das Messfahrzeug der Firma iNovitas AG. Foto: bsc
Mehr Kameras als das Google-Auto: Das Messfahrzeug der Firma iNovitas AG. Foto: bsc

Wer sich letzte Woche beobachtet fühlte, hatte einen guten Grund dazu: Mit zwölf Kameras auf dem Dach fuhr ein weisser Minivan durch das Dorf. Das Fahrzeug gehört aber weder der NSA noch Google – es handelt sich um ein spezielles Messfahrzeug der Firma iNovitas AG aus Baden-Dättwil. Im Rahmen des Projekts «3-D-Befahrung des Strassenraumes» haben die Gemeinde Wettingen sowie die Gemeinde Würenlos das «Big-Brother»-Auto beordert.

Zwei Elf-Megapixelkameras sorgen dafür, dass auf den Bildern jeder Kieselstein zu sehen ist. «So können auf den Bildern Messungen bis auf zwei Zentimeter genau gemacht werden», erklärt Kay Kamer, Projektleiter. Deshalb haben die Gemeinden das spezielle Messfahrzeug losgeschickt. So können künftige Messungen des Strassenbereichs bequem vom Schreibtisch aus gemacht werden. «Finanziell lohnt sich das sicher», so Kamer.

Platz bietet das Fahrzeug nur für zwei Personen. Denn im hinteren Teil des Autos laufen die Kabel der Kameras zusammen in einen Computer. In einer grossen Kiste werden zudem verschiedene Speicherkarten aufbewahrt. Betrieben wird das ganze System von der Autobatterie. Erst wenn der Motor läuft, kann das System aufstarten.

Während der Fahrer sich auf den Verkehr konzentriert, kontrolliert der Beifahrer die Bildqualität auf einem Bildschirm. «Ab 60 Stundenkilometern werden die Bilder unscharf», sagt Kamer. Auch müssen die Lichtverhältnisse gut sein. Nur bei Tageslicht und wenn die Sonne nicht blendet, kann das Fahrzeug perfekte Bilder machen. Kamer: «Im Winter fahren wir deshalb nur ein paar Stunden über die Mittagszeit.» Versperrt ein anderes Fahrzeug die Sicht, wird die Route nochmals befahren. Dabei fährt das Auto pro Tag rund 60 Kilometer ab.

«Es gibt immer wieder Leute, die sich ausspioniert fühlen und uns deshalb anhalten», sagt Kamer. Doch alle Gesichter und Nummernschilder werden unkenntlich gemacht. Es wird auch dafür gesorgt, dass die Aufnahmen nur dem Auftraggeber, der Bauverwaltung, zur Verfügung stehen.

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