24.08.2011

Eine Regionalpolizei im Limmattal

Markus Dieth, Josef Bütler, Stefan Nipp, Werner Bertschi und Roland Habermacher (v. l.) wollen gemeinsam die polizeiliche Zukunft gestalten. Foto: bär

Markus Dieth, Josef Bütler, Stefan Nipp, Werner Bertschi und Roland Habermacher (v. l.) wollen gemeinsam die polizeiliche Zukunft gestalten. Foto: bär

Die Regionalpolizei Wettingen sorgt seit bald sieben Jahren nicht nur im eigenen Dorf, sondern auch in Neuenhof und seit bald drei Jahren auch in Würenlos für die lokale Sicherheit. Mittlerweile ist das Korps auf 22 Personen angewachsen. Die Regionalpolizei Spreitenbach mit 910 Stellenprozent hat sich ebenfalls zusammengeschlossen und ist seit 12 Jahren auch für die lokale Sicherheit in Killwangen und seit acht Jahren in Bergdietikon zuständig. Nun wollen sich die zwei Korps zusammenschliessen, die «regionalpolizei wettingen-limmattal» gründen und gemeinsam im Limmattal für Sicherheit sorgen. Als Hauptsitz ist Wettingen vorgesehen. Sobald die Büroräumlichkeiten des Elektrizitäts- und Wasserwerks durch den Umzug in den Neubau im Fohrhölzli frei werden, soll die Polizei beim Zentrumsplatz in Wettingen einziehen. Weiterhin soll es in Würenlos und Spreitenbach kleine Aussenposten geben.

Einer der Gründe, weshalb es zu diesem Zusammenschluss kommen soll, sei die Vorgabe des kantonalen Polizeigesetzes. Seit Anfang Jahr gibt es neue sicherheitspolizeiliche Standards und bis im Jahr 2017 ist eine Polizeidichte von einem Polizisten pro 700 Kantonseinwohner gefordert. «Mit dem heutigen Personalbestand sind die Gemeinden nicht in der Lage, die neuen Anforderungen für die Zukunft alleine zu erfüllen», sagt der Wettinger Gemeindeammann Markus Dieth. «Durch die Vergrösserung werden wir als Arbeitgeber für die Arbeitnehmer attraktiver», ergänzt Josef Bütler, Gemeindeammann von Spreitenbach. Weil sich die Suche nach zusätzlichen Polizisten – im Moment liegt die Polizeidichte bei 1525 Einwohner pro Polizist – sich schwierig gestalte, sei ein attraktiver Arbeitsplatz ein wichtiger Faktor. Bis ins Jahr 2017 soll das Korps von 32 auf 37 Mitarbeiter erhöht werden. «Im Alleingang müsste der Aufwuchs pro Korps je 4 Stellen betragen, damit die vorgesehenen Standards und gesetzlichen Vorschriften erfüllt werden könnten», so Dieth.

Auch der finanzielle Aspekt habe sie zum Zusammenschluss bewogen, sagen die Gemeindeammänner. Trägt Wettingen den gesetzlich geforderten Ausbau ohne Zusammenschluss, erhöht sich der Pro-Kopf-Betrag im Jahr 2013 von 74 auf 81 Franken und in Spreitenbach von 63 auf 92 Franken. Auch der Leistungseinkauf bei der Kantonspolizei würde teuerer kommen.

Der unterschiedliche Pro-Kopf-Betrag – Wettingen zahlt pro Kopf am meisten – wird unter anderem mit der Bewertung der Polizeiabgeltungsverordnung (PAV) begründet. Dort werden zum Beispiel Bevölkerungszahl, Anzahl Anzeigen oder die Bevölkerungsstruktur berücksichtigt. «Beim Verteilschlüssel wurde beispielsweise auch berücksichtigt, dass Wettingen die Polizei noch immer im Dorf hat», erklärt Spreitenbachs Vize-Ammann Stefan Nipp. Der Kostenteiler sieht vor: Wettingen 47,3 Prozent, Spreitenbach 21,6 Prozent, Neuenhof 15 Prozent, Würenlos 9,5 Prozent, Bergdietikon 3,7 Prozent und Killwangen 2,9 Prozent.

Bevor die Presse über den geplanten Zusammenschluss informiert wurde, hat man mit den beiden Polizeikorps gesprochen. «Wir sind uns gewohnt, mit Veränderungen zu leben und sehen sie auch als Chance. Ein grosses Korps gibt dem Einzelnen wieder neue Möglichkeiten», sagt Werner Bertschi, Leiter der Regionalpolizei Spreitenbach.

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