Wettingen
12.01.2022

Das Kino Elite schliesst für immer

Das Elite wird verkauft und weicht einer Überbauung. (Bild: Alex Spichale)

Das Elite wird verkauft und weicht einer Überbauung. (Bild: Alex Spichale)

Nach 75 Jahren macht die Familie Sterk das Kino an der Landstrasse zu. Grund dafür ist ein Bauprojekt, das sich nicht realisieren liess. Die Gemeinde reagiert überrascht.

Von: Sibylle Egloff

Ein Schock für Kinofans: Das Kino Elite in Wettingen hat am 5. Januar für immer seine Türen geschlossen. Dies vermeldete das Badener Familienunternehmen Sterk letzte Woche. «Wir sind traurig. Es war für uns kein einfacher Schritt», sagt Geschäftsführerin Alexandra Sterk. Eigentlich wollten sie und ihre Geschwister Franziska und Martin das 1947 von ihrer Familie eröffnete Kino zu einem Kinokomplex mit drei bis vier Sälen samt Wohnungen und Gewerberäumen umbauen. Trotz zehnjähriger Planung sehen die Sterks nun davon ab. «Es ist sehr schwierig, in Wettingen ein Bauprojekt zu realisieren. Die Behörden haben uns immer wieder Steine in den Weg gelegt», so Sterk. «Am Schluss hätte das Projekt so angepasst werden müssen, dass die Kinosäle ein Drittel bis 50 Prozent kleiner geworden wären. Ein rentabler Betrieb wäre nicht möglich gewesen.»

Keine Zufahrt und keine Parkplätze an der Landstrasse

Hinzu kommt, dass eine Zufahrt über die Landstrasse nach Erstellung des Neubaus vom Kanton nicht mehr gestattet gewesen wäre. «Lieferanten hätten durchs Quartier fahren müssen, um uns zu erreichen», sagt Sterk. Auch die Tatsache, dass entlang der Landstrasse die Bushaltestellen behindertengerecht erhöht werden müssen und dadurch die aktuellen Parkplätze neben dem Kino aufgehoben worden wären, schreckte die Familie ab.

«Es wäre ein tolles Vorhaben gewesen und eine Chance für Wettingen und für die Belebung der Landstrasse», sagt Sterk. Doch man habe die Reissleine ziehen und sich den Gegebenheiten anpassen müssen. Das Areal und das Kino werden die Geschwister im Februar an die Investorenfirma, mit der sie den Umbau geplant hatten, verkaufen. «Sie wird an der Überbauung festhalten, einfach ohne Kino.» Gemäss Sterk handelt es sich bei der Firma um die gleichen Investoren, welche auch das an das «Elite» angrenzende Winkelried-Areal erworben haben. Damit verliert Wettingen ein weiteres Kino. Um die Jahrtausendwende machte bereits das «Rio» Platz für den Zentrumsplatz. Aktuell existiert nur noch das «Orient», das als Arthouse-Kino genutzt wird.

«Wir wollen unsere Kräfte bündeln und uns ganz auf den Standort Baden mit dem ‹Trafo› und dem ‹Sterk› konzentrieren», sagt Sterk. Das sei wichtig, zumal es der Kinobranche nicht gut gehe. «Das Freizeitangebot ist viel grösser als noch vor 20 Jahren.» Zudem sei mit der Eröffnung des Pathé in Spreitenbach mit 10 Sälen der Kuchen nicht grösser geworden. Erschwerend für das Geschäft ist auch die Pandemie. «Wir wissen nicht, woran wir sind, können kaum planen und müssen uns immer wieder nach den aktuellen Massnahmen richten», sagt Sterk. Nichtsdestotrotz blicken sie und ihre Geschwister positiv in die Zukunft. «Diese Türe hat sich geschlossen, doch wir sind sicher, dass eine andere aufgehen wird.»

Die Gemeinde Wettingen reagierte nach der Nachricht der Sterks überrascht über die Schliessung des «Elite». «Der Gemeinderat hat mit Bedauern den Entscheid der Familie Sterk zur Kenntnis genommen», heisst es in einer Mitteilung. Dieser Schritt sei gegenüber den Gemeindebehörden nicht vorangekündigt worden und nur den Medien zu entnehmen gewesen.

Die Gemeinde weist die Schuld für

 

die Schliessung des Kinos von sich

«Das Vorgehen erstaunt umso mehr, als man mit den Verantwortlichen des Kinounternehmens seit Jahren über eine Weiterentwicklung des Unterhaltungsbetriebs und weiterer Bauten im Gespräch war», schreibt der Gemeinderat. So hätten die Grundeigentümer bereits 2012 eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen. Darin seien Varianten für eine geplante Überbauung Winkelried aufgezeigt worden, die eine Seniorenresidenz, einen unterirdisch angelegten Kinokomplex mit vier Sälen, ein Restaurant sowie Wohnungen umfasste. Aufgrund der Komplexität des Vorhabens sei mit Zustimmung der Grundeigentümer 2014 ein Gestaltungsplanverfahren für das Gebiet zwischen Staffelstrasse und Winkelriedstrasse mit finanzieller Beteiligung der Gemeinde eröffnet worden. Das Verfahren sei 2015 vorläufig sistiert worden, da parallel noch eine Teiländerung Nutzungsplanung Landstrasse im Gange war. «Ende Oktober 2017 teilten die Grundeigentümer mit, dass sie wegen kantonaler Auflagen sowie zu geringer Planungssicherheit auf das Gestaltungsplanverfahren verzichten wollen. Der Gemeinderat zeigte sich angesichts der Vorgeschichte, der bisher eingesetzten personellen und finanziellen Ressourcen seitens Gemeinde und des allseits grossen Engagements überrascht und irritiert über den Antrag der Bauherrschaft, das Verfahren abzubrechen», so der Gemeinderat. Seit diesem Rückzug habe sich die Bauherrschaft nicht mehr mit der Gemeinde in Verbindung gesetzt.

Der Gemeinderat stellt zudem klar, dass zu keinem Zeitpunkt Vorgaben für die Dimensionierung der Kinosäle gemacht worden seien. «Der Gemeinde kann nicht vorgeworfen werden, eine massgebliche Schuld an der Aufgabe des Kinokomplexes verantworten zu müssen», heisst es. Man bedauere den Entscheid, gehe damit doch auch ein Teil an Lebensqualität verloren.

Lesen Sie zur Schliessung des «Elites» auch das «Letzte Wort» von Graziella Jämsä auf Seite 20.

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