Wettingen
27.10.2021

Postfiliale ist wieder offen

Gebietsleiter Alessandro Suppa und Teamleiterin Jasmin Eberle (fürs Bild ohne Maske) im neuen Schalterbereich der Post «Wettingen Dorf» an der Bahnhofstrasse 92, rechts die neue Beratungstheke. (Bild: Melanie Bär)

Gebietsleiter Alessandro Suppa und Teamleiterin Jasmin Eberle (fürs Bild ohne Maske) im neuen Schalterbereich der Post «Wettingen Dorf» an der Bahnhofstrasse 92, rechts die neue Beratungstheke. (Bild: Melanie Bär)

Am Samstag war die Post-filiale Langenstein letztmals geöffnet. Seit Montag kann nach dreimonatiger Sanierung stattdessen die Filiale «Wettingen Dorf» wieder besucht werden. Ein Augenschein vor Ort.

Von: Melanie Bär

Wer am Montag die sanierte Postfiliale an der Bahnhofstrasse 92 besuchte, der roch die frische Farbe noch. «Nur der Grundriss ist geblieben, alles andere ist neu», sagt Gebietsleiter Alessandro Suppa. Was gegenüber der alten Filiale auffällt, ist der grosse Schalterbereich. Die Fläche von 100 Quadratmeter blieb unverändert, allerdings gab es eine Umverteilung: Während vorher zwei Drittel des Raums fürs Backoffice und ein Drittel für den Kundenempfangsbereich zur Verfügung standen, ist es jetzt genau umgekehrt. Das habe mit der Verlagerung der Aufgaben in den Filialen zu tun, erläutert Mediensprecher Markus Werner: «Beispielsweise wurden früher vor Ort von Hand Briefe sortiert, heute wird das zentral in Briefzentren erledigt.» Dadurch brauche man im Backoffice weniger Platz, den man nun für den Schalterbereich nutze.

Post will mit Partnern arbeiten

Auffallend im Raum mit den vier Schaltern ist die zusätzliche Beratungstheke. «Dort geben wir den Kundinnen und Kunden Auskunft über analoge Dienstleistungen, erklären neue Produkte und informieren über die digitalen Angebote der Post», sagt Teamleiterin Jasmin Eberle.

Die Post will in Zukunft nicht nur eigene Dienstleistungen anbieten, sondern auch solche von Dritten. Deshalb ist sie zurzeit schweizweit im Gespräch mit Anbietern verwandter Branchen wie beispielsweise Krankenkassen, Versicherungen und Banken. Einfache Dienstleistungen wie das Ausdrucken einer Police, eine Adressänderung oder das Installieren einer App sollen künftig auch von Postmitarbeitenden ausgeführt werden können. Doch nicht nur: Die Post kann sich auch vorstellen, dass ein solcher Drittanbieter künftig auch selbst in der Filiale vor Ort ist. «So kann der Kunde in einem Gang, an einem Ort seine Post-, Bank- oder Versicherungsgeschäfte erledigen», begründet Suppa. In Dietikon läuft eine solche Zusammenarbeit mit der Krankenkasse Groupe Mutuel als Pilotprojekt. «Ab Frühjahr sollen auch andere Filialen mit Partnern zusammenarbeiten.»

Klassisches Postgeschäft nimmt ab

Diese Neuerungen seien die Antwort auf das veränderte Nutzerverhalten der Kundschaft. «Das klassische Postgeschäft nimmt ab und auch in anderen Branchen gibt es immer weniger Filialen», begründet Werner. Mit dem Zusammenspannen könne man der sinkenden Kundenfrequenz entgegenhalten. Zwischen 200000 und 220000 Personen besuchen die Wettinger Post pro Jahr. In Spreitenbach sind es rund 30000 Personen mehr.

Wohnhäuser an der Staffelstrasse

In der neuen Postfiliale hat man auch technisch aufgerüstet. Vor dem Gebäude gibt es einen Postomat, Postfächer und einen «My-Post-24-Automaten», an dem rund um die Uhr Pakete abgeholt und versandt werden können. Im Innern steht ein Einzahlungsautomat. Verändert haben sich auch die Öffnungszeiten: Neu ist die Post durchgehend von 8 bis 18.30 Uhr und am Samstag von 8 bis 12 Uhr geöffnet.

Weiterhin können auch im Volg Postgeschäfte erledigt werden. Die Filialen am Bahnhof und an der Staffelstrasse bleiben indessen geschlossen. Ursprünglich war geplant, die Filiale Langenstein auszubauen. «Die Zufahrt für Lastwagen wäre nicht möglich gewesen und die Umbaukosten hätten mehr als eine Million Franken gekostet», begründet Suppa. Wie teuer der Umbau an der Bahnhofstrasse war, gibt die Post nicht bekannt. Sie ist Eigentümerin dieser Liegenschaft, an der Staffelstrasse hingegen war sie Mieterin. Gemäss Bericht des «BT» will die Grundeigentümerin Immojar 1 AG auf dem 2700 Quadratmeter grossen Areal für rund neun Millionen Franken zwei fünfgeschossige Mehrfamilienhäuser mit 35 Wohnungen und Gewerbeanteil erstellen. Am ehemaligen Poststandort wird künftig die Zufahrt zur Überbauung entstehen.