Wettingen
09.06.2021

Schülerzahlen sind weiter steigend

An der Medienkonferenz informierten Gemeindeammann Roland Kuster (2. v.l.) sowie die Gemeinderäte Sandro Sozzi, Martin Egloff und Philippe Rey (v. l.)Dieter Minder

An der Medienkonferenz informierten Gemeindeammann Roland Kuster (2. v.l.) sowie die Gemeinderäte Sandro Sozzi, Martin Egloff und Philippe Rey (v. l.)Dieter Minder

Der Gemeinderat Wettingen präsentiert den Planungsbericht zur Schulraumsituation.

Von: dieter minder

Mit rund 2500 Schülerinnen und Schülern ist Wettingen eine der grossen Schulen im Aargau. Sie braucht laufend mehr Platz und erhält eine neue Organisationsstruktur. Zu beiden Themen präsentiert der Gemeinderat Vorlagen zu Handen des Gemeindeparlamentes.

Basierend auf der Schulraumplanung 2016–2030 und deren Aktualisierung von 2019 führte die Gemeinde nochmals Abklärungen durch. «Wir haben dabei nichts Überraschendes gefunden, es gilt weiterhin die Wachstumsprognose», sagt Gemeinderat Sandro Sozzi, der das Schulressort leitet, und er ergänzt: «Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir genügend Schulraum zur Verfügung stellen.»

Schulbauten sind eine Daueraufgabe, so wurde in den letzten Jahren das Schulhaus Altenburg erweitert, das neue Schulhaus Zehntenhof gebaut, die Schulanlage Margeläcker aufgestockt, Teile der Bezirksschule erneuert und eine neue Dreifachturnhalle gebaut. Trotzdem mangelt es mittelfristig an Klassenzimmern sowie Gruppen-, Aufenthalts- und Blockzeitenräumen. Besonders stark steigt der Bedarf an Schulraum an der Bezirksschule. Dies vor allem, weil aus Neuenhof und Würenlos mehr Jugendliche an die Bez Wettingen gehen als prognostiziert. Auf das kommende Schuljahr hin wird deshalb ein Provisorium erstellt. Die Ausschreibung für das Projekt läuft.

Rückläufige Kinderzahlen mildern Raumsituation in den Kindergärten

Bis 2030 dürften aber zwei bis drei zusätzliche Kindergartenabteilungen nötig werden. Mittelfristig soll die Wiederinbetriebnahme des Kindergartens Hardmatt geprüft werden. Im Schulhaus Altenburg beabsichtigt die Gemeinde, auf Zimmer der Tagesstruktur zurückzugreifen. Eine weitere Möglichkeit sind die «Rucksäcke». Diese Anbauten entlang der Winkelriedstrasse wurden bei der letzten Erweiterung aus Kostengründen gestrichen. Die Tagesstrukturen befinden sich in Räumen der Reformierten Kirchgemeinde. Auf deren Areal könnte allenfalls die Schulanlage Altenburg erweitert werden.

Wettingen wächst momentan vor allem im Osten. Der Gemeinderat sieht die Zirkuswiese als möglichen Standort für ein neues Schulhaus. Eine konkrete Aussage dazu soll aber erst gemacht werden, wenn in einem Jahr eine Machbarkeitsstudie vorliegt. In dieser will der Gemeinderat Fragen beantworten wie: In welchen bestehenden Schulkreisen kann zusätzlicher Schulraum geschaffen werden? Welche Kosten verursachen die möglichen Erweiterungen und lohnt es sich, die bestehenden Schulkreise zu erweitern, oder macht es Sinn, einen neuen Schulstandort aufzubauen? Grundsätzlich geht der Gemeinderat davon aus, dass in absehbarer Zeit ein zusätzliches Schulhaus gebaut werden muss. Je nach dessen Lage müsste die Gemeinde Land erwerben oder im Baurecht übernehmen.

Der Gemeinderat schreibt als Schlussfolgerung zur aktualisierten Schulraumplanung: Abgesehen von der Bezirksschule und dem Schulkreis Altenburg, wo bereits Projekte im Gange sind, kann davon ausgegangen werden, dass auf das Schuljahr 2026/2027 ein weiterer Ausbauschritt notwendig ist. Der Einwohnerrat soll an der nächsten Sitzung vom Planungsbericht Kenntnis nehmen.

Eine Stabsstelle für die Schule

Im September haben die Aargauer Stimmberechtigten an der Urne die Schulpflegen abgeschafft. Deren Aufgaben werden neu beim Gemeinderat oder der Schulleitung angesiedelt. «Wir sind daran, die neue Führungsstruktur aufzugleisen», sagt Gemeinderat Sandro Sozzi. Dazu will die Gemeinde eine Stabsstelle auf Geschäftsleitungsebene der Schule schaffen. Sozzi ergänzt: «So werden wir die Schule weiter professionalisieren.» Erwartungsgemäss wird ein grosser Teil der Aufgaben bei der Schulleitung anfallen. Die Stabsstelle Bildung soll ein 80-Prozent-Pensum haben und die Gemeinde jährlich rund 70000 Franken kosten. «Die Änderung soll mehr oder weniger kostenneutral stattfinden», sagt Gemeindeammann Roland Kuster. Dies entspricht auch der kantonalen Vorgabe. Wenn der Einwohnerrat der Vorlage zustimmt, wird zugleich die Interpellation von Alain Burger (SP) und Michaela Huser (SVP) zur Führungsstruktur abgeschrieben. Dasselbe soll auch für das Postulat der FDP gelten. Der Gemeinderat beabsichtigt, im Oktober eine Informationsveranstaltung zur Schulreorganisation für Eltern und Bevölkerung durchzuführen.

Der Einwohnerrat wird an der kommenden Sitzung über die neue Führungsstruktur der Schule entscheiden.