Wettingen
10.02.2021

Schwerstarbeit mit 22 Tonnen Eisen

Schwere Last: Ein mobiler Kran bugsiert bei Wind und Regen die Eisenbrücke von ihrem angestammten Platz. (Bild: Robin Schwarz)
Antik: So sah die Brücke in Wettingen früher aus (Bild: zVg)

Schwere Last: Ein mobiler Kran bugsiert bei Wind und Regen die Eisenbrücke von ihrem angestammten Platz. (Bild: Robin Schwarz)

Schwere Last: Ein mobiler Kran bugsiert bei Wind und Regen die Eisenbrücke von ihrem angestammten Platz. (Bild: Robin Schwarz)
Antik: So sah die Brücke in Wettingen früher aus (Bild: zVg)

Antik: So sah die Brücke in Wettingen früher aus (Bild: zVg)

Rund 130 Jahre lang stand die Eisenbrücke zwischen Neuenhof und Wettingen an ihrem Platz. Bis jetzt.

Von: Robin Schwarz

Mitte des Jahres 1886 erfand der Schweizer Julius Maggi eine Würzsauce, die heute zur jeder Beiz gehört. Ein bisschen mehr als ein Jahr später wurde in La-Chaux-de-Fonds Le Corbusier geboren, heute bekannt als einer der wichtigsten Architekten des 20. Jahrhunderts.

Zwischen diesen historischen Ereignissen entsteht noch etwas, was die Zeit überdauert: Der eiserne Teil der antiken Brücke zwischen Wettingen und Neuenhof. Als die Eisenkonstruktion die Brücke verlängert, stand auch diese schon fast ein Lebensalter an ihrem Platz nahe dem Kloster Wettingen.

Historischer Moment

Was am Mittwoch letzter Woche geschah, ist also jeder Definition nach geschichtsträchtig: Aktuell befindet sich die Brücke in Renovation, ein Gemeinschaftsprojekt des Kantons und der Gemeinden Wettingen und Neuenhof. Um die Brücke nachhaltig von Rost befreien zu können, mussten die gewaltigen 22 Tonnen Eisen von ihrem angestammten Platz entfernt werden – nach mehr als 130 Jahren. Dazu musste ein mobiler Kran auffahren, fast 15 Meter hoch, Kapazitätsklasse 250 Tonnen, der trotz seiner Masse Filigranarbeit ermöglicht.

Dringend nötig, musste die Eisenbrücke doch zwischen zwei Häusern durch manövriert werden. Keine simple Arbeit: «Wir sind erleichtert», sagt Tiefbauspezialist Thomas Köhler von der Gemeinde Wettingen. Der Abbau der Brücke sei doch eine besondere Herausforderung gewesen.

Dem Wetter getrotzt

Wegen des Schneetreibens musste der Schwertransport bereits zweimal verschoben werden. Auch am Mittwoch waren die Witterungsbedingungen nicht ideal. Kalter Wind und Regen haben die Arbeit der Bauarbeiter erschwert. Trotzdem verlief die Aktion einwandfrei, kommentiert Thomas Köhler. Möglich sei dies nur gewesen, weil an der Brücke in den vorangehenden zwei Wochen intensiv Vorarbeiten geleistet wurden. Nun werde die Brücke «in absolut alle Einzelteile» zerlegt und mit einem Korrosionsschutz versehen.

Trotz Verschiebungen werde man den Zeitplan der Sanierung einhalten können. Köhler: «Wir sind voll auf Kurs.» Die Verzögerung wird durch die Planungsunschärfe gut aufgefangen werden, sagt Köhler. Die Arbeiten sollen wie gedacht im Juni abgeschlossen werden. Auch beim Finanzplan bewege man sich im errechneten Rahmen.