Wettingen
16.09.2020

Sommerserie: Bald gibt es Obst vom Abtgarten

So sieht der wiederhergestellte Vorgarten vor dem Abthaus aus. Bald sollen hier noch Bäume gepflanzt werden. Melanie Bär
Beni Egloff, der Leiter der Wettinger Klostergärtnerei, im Vorgarten des Abthauses: «Obst wurde schon im Mittelalter sehr geschätzt.»
Der südlich gelegene Garten hinter dem Abthaus.

So sieht der wiederhergestellte Vorgarten vor dem Abthaus aus. Bald sollen hier noch Bäume gepflanzt werden. Melanie Bär

So sieht der wiederhergestellte Vorgarten vor dem Abthaus aus. Bald sollen hier noch Bäume gepflanzt werden. Melanie Bär
Beni Egloff, der Leiter der Wettinger Klostergärtnerei, im Vorgarten des Abthauses: «Obst wurde schon im Mittelalter sehr geschätzt.»
Der südlich gelegene Garten hinter dem Abthaus.

Beni Egloff, der Leiter der Wettinger Klostergärtnerei, im Vorgarten des Abthauses: «Obst wurde schon im Mittelalter sehr geschätzt.»

So sieht der wiederhergestellte Vorgarten vor dem Abthaus aus. Bald sollen hier noch Bäume gepflanzt werden. Melanie Bär
Beni Egloff, der Leiter der Wettinger Klostergärtnerei, im Vorgarten des Abthauses: «Obst wurde schon im Mittelalter sehr geschätzt.»
Der südlich gelegene Garten hinter dem Abthaus.

Der südlich gelegene Garten hinter dem Abthaus.

Der Garten vor dem Abt­haus wurde in den vergangenen vier Jahren in seinen ursprünglichen Zustand gebracht. Der Einblick in diesen Vorgarten bildet den Abschluss der diesjährigen Sommerserie, die den Gärten gewidmet war.

Von: Melanie Bär

In einem Häuschen, im westlichen Teil des Klostergartens in Wettingen, empfing der Abt bis zur Klosteraufhebung im 19. Jahrhundert verschiedene Gäste. Weil das Gebäude ausserhalb der Klausur lag – also nicht im Klosterteil, der den Mönchen vorbehalten war –, konnte er dort auch «weltliche» Gäste empfangen. «Dem Rang des Abtes entsprechend war der Garten sehr prunkvoll gestaltet», sagt der Leiter der Klostergärtnerei, Beni Egloff.

Ganz anders in den vergangenen Jahrzehnten: Bis vor vier Jahren diente der Platz Hobbygärtnern, die dort Gemüse anpflanzten. Im Frühjahr 2017 wurden die Schrebergärten verlegt und das ursprünglich tiefer gelegene Terrain wiederhergestellt. Dazu musste rund 700 Kubikmeter Material abgetragen werden. «In den letzten 200 Jahren wurde der Garten als Deponie von Abbruchmaterial genutzt», sagt Egloff. Er und seine Gärtnereimitarbeiter waren wochenlang mit dem Abtragen des zugeschütteten Materials beschäftigt (die Limmatwelle berichtete).

Statt eines wertvollen Schatzes fanden die Gärtner vor allem Abfall aus den Schrebergärten, zerbrochene Boden- und Wegbeläge, alte Öfen, Blumentöpfe, Randbefestigungen und Mauerfundamente und Wasserleitungen. Dank des Materialabtrages ist die Klausurmauer nun wieder in ihrer ursprünglichen Höhe sichtbar.

Früher drohte die Todesstrafe, wenn jemand einen Obstbaum fällte

Mittlerweilen ist auch der Vorgarten gemäss einem alten Plan von 1845 wiederhergestellt worden. Ganz fertig bepflanzt ist er allerdings noch nicht: Im Herbst setzen die Gärtner rund 100 Apfel- und Birnenbäume in den Vorgarten des Abthauses. «Obst wurde schon im Mittelalter sehr geschätzt und schön formierte Spalierbäumchen wurden in ganz Europa zu Repräsentationszwecken gezogen», so Egloff und fügt an: «Es gab Herrschaftsgebiete, in denen auf die Schändung oder böswillige Fällung von Obstbäumen die Todesstrafe ausgesetzt war.» Das haben die Besucher heute nicht mehr zu befürchten. Was hingegen bleibt, ist die öffentliche Zugänglichkeit auch für «weltliche» Gäste. In absehbarer Zeit soll auch das Abt­haus von der Bevölkerung besichtigt werden können.

Bis dahin kann man schon mal einen Blick über die Mauer werfen.

Sommerserie

In der Sommerserie stellte die Limmatwelle verschiedene Gärten, Balkone und ihre Gärtner vor. Der zehnte Teil handelt vom Abtgarten im Kloster Wettingen. Er bildet zugleich den Abschluss der Serie.