Trotz Entspannung Gefahr am Ufer

Nach den starken Niederschlägen herrscht noch immer Gefahr an den Uferzonen von Flüssen. Weil diese einbrechen können, soll sich die Bevölkerung dort nicht aufhalten.

Leserin Carmen Colombi hat diese Aufnahme entlang der Limmat gemacht.
Leserin Carmen Colombi hat diese Aufnahme entlang der Limmat gemacht.

«Während der Hochwassersituation und den vorangegangenen Unwettern standen im Kanton Aargau mehrere hundert Feuerwehrleute im Einsatz», teilt der Regierungsrat am Montag mit. Rund 200 Angehörige der Zivilschutzorganisationen (ZSO) unterstützten die Einsatzkräfte. Die Mitglieder der ZSO Wettingen-Limmattal mussten hingegen nicht ausrücken. «Bisher sind wir glimpflich davongekommen», sagt Urs Blickenstofer. Der Wettinger Gemeindeschreiber ist Mitglied des Regionalen Führungsorgans Wet­tingen-Limmattal, das für alle Limmatwelle-Gemeinden sowie für Bergdietikon zuständig ist. Zwar sei der Wasserpegel der Limmat auch im Bereich seines Einsatzgebiets sehr hoch. «Als Sofortmassnahme wurden die Schleusen beim Stauwehr Wettingen vollständig geöffnet», so Blickenstorfer. Zwar habe es punktuelle Überschwemmungen entlang des Limmatufers gegeben, die aber keinen Einsatz von Hilfskräften zur Folge hatten. «Zumindest in Wettingen musste die Feuerwehr Ende Juni letztmals aufgrund eines Unwettereinsatzes ausrücken», sagt Blickenstorfer.

Aufgrund des prognostizierten sonnigen Wetters und der ausbleibenden weiteren Regenfälle gehen sowohl der Kanton als auch das Regionale Führungsorgan von einer Entspannung der Situation aus. Bei der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV) gehen noch immer Schadenmeldungen ein – hauptsächlich Hagel- und Sturmschäden. «Bis am Montagmittag sind bei der AGV rund 4800 Schadenmeldungen eingegangen, die vorläufige Schadensumme liegt bei rund 29 Millionen Franken», schreibt die AGV in einer Mitteilung. Im Vergleich zu anderen Kantonen und anderen Schadenjahren sei das jedoch insgesamt «keine extreme Schadensumme.»

Das Wasser aus den Seen wird

 

in die Flüsse abgeleitet

Noch immer herrscht im ganzen Kanton eine erhöhte Bereitschaft bei allen Einsatzkräften. Die eingebauten Hochwassersperren sowie die Pegelstände werden laufend durch Patrouillen überwacht, teilt der Kanton mit. An den grösseren Seen und den Flussstrecken unterhalb dieser Seen ist noch während längerer Zeit mit deutlich erhöhten Wasserständen zu rechnen. Das Bundesamt für Umwelt informierte am vergangenen Samstag, dass regulierte Seen durch höchstmögliche Ausflüsse entlastet werden, um Schäden beziehungsweise Schadensrisiken zu minimieren. An grossen Seen werde dieser Prozess mehrere Tage bis Wochen andauern. Deshalb werden in dieser Zeit die Abflüsse insbesondere an Aare, Limmat, Reuss und Rhein erhöht bleiben.

Vorsicht geboten ist nach wie vor an Ufern von Bächen und Flüssen. Bei allfälligen lokalen Niederschlägen können überraschend Flutwellen auftreten und Ufer einbrechen. Bei Aussenaktivitäten gilt es, das Risiko von lokalen Überschwemmungen und Rutschungen zu beachten und keine Absperrungen zu missachten, um sich nicht unnötig in Gefahr zu bringen.

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