Die Futtersuche war sehr schwierig

Die lang anhaltende Hitze und die Trockenheit haben auch Auswirkungen auf die Landwirtschaft. Oliver Rutz vom Bürgerhof Spreitenbach sagt, welche Herausforderungen zu bewältigen sind.

Die Kühe weiden auf braunen, ausgetrockneten Weiden. Rundherum sind die Zeichen des trockenen Sommers sichtbar. Mit der Trockenheit und der Hitze zu kämpfen haben auch Oliver Rutz und seine Frau Franziska Kägi, welche den Bürgerhof führen. Dieser liegt auf dem Heitersberg und ist im Besitz der Ortsbürgergemeinde Spreitenbach. Auf rund 21 Hektaren leben 21 Mutterkühe und ihre Kälber, 7 Pferde und 16 Hühner. Seit 2025 befindet sich der Betrieb in der zweijährigen Umstellung zum biologischen Landbau (Bio-Suisse). Und seit diesem Jahr baut das Paar auch vermehrt Ackerkulturen für die menschliche Ernährung an.

Wie auf anderen Höfen ist auch hier das Futter knapp: «Wir haben Pensionspferde und Mutterkühe, für sie haben wir in der Regel eigenes Futter wie Gras auf der Weide, Heu oder Grassilage. Für die Pferde haben wir genug Futter, für die Kühe allerdings viel zu wenig», erklärt Oliver Rutz. Da der Bürgerhof auf Bio umgestellt wird, muss Bio-Futter bezogen werden. «Und da gibt es nochmal weniger Futter zu kaufen.»

Sie hätten bereits im Juni bei einem Bekannten, einem Bio-Bauern, angefragt, dieser sagte zu, Futter zu liefern. «Er wollte von Wiesen, die er im Sommer ansät, im Herbst das Futter liefern.» Doch: «Er konnte nicht ansäen beziehungsweise als er ansäte, ist das Ganze vertrocknet. Wenn es normal laufen würde, hätten wir eine schöne Menge erhalten», ist der Landwirt überzeugt.

Konventionelles Futter dazugekauft

Oliver Rutz und Franziska Kägi mussten sich anderweitig umschauen. Zunächst brauchten sie eine Sonderbewilligung von Bio-Suisse, um EU-Bio-Futter zu kaufen. Jetzt sei aber das Problem in der ganzen Schweiz so gross, dass eine schweizweite Bewilligung erteilt wurde, um konventionelles Futter, maximal 20 %, dazuzukaufen. Oliver Rutz wandte sich an rund 20 verschiedene Händler, und bei einem hatte er Glück. «Das Futter sollte nun für den Winter reichen.» Dennoch müssten drei bis fünf Kühe frühzeitig gemetzget werden. «Bevor wir die Zusage des Händlers erhalten hatten, waren wir recht nervös. Wir wussten zunächst nicht, was machen», gesteht er. Wir können nicht viele Kühe schlachten, denn ein grosser Teil ist trächtig.» Das wollten sie auch nicht machen. Dazu komme, dass man die Herde in Zukunft wieder aufbauen müsse.

Finanziell sieht es auch alles andere als rosig aus: «In diesem Jahr haben wir zusätzliche Kosten zwischen 15000 bis 20000 Franken.

«Kälber sehen gut aus»

Und merkt man den Mutterkühen den Hitzestress an, geben sie weniger Milch? «An den Kälbern merkt man dies nicht. Sie sehen gut aus», sagt Oliver Rutz. Mutterkühe müssten sowieso weniger Milch geben als Milchkühe.

Ein weiteres Problem ist der Wassermangel. Auf dem Bürgerhof wurde das Grünland, Wiese und Weiden nicht bewässert. «Dazu bräuchte es riesige Mengen an Wasser.» Ein Regenwassertank wäre eine Idee, wenn man Obst- oder Gemüse anbauen würde. «Wir denken schon darüber nach, wie man das Wasser aufs Land bringen und dieses länger auf der Fläche halten kann. Das ist schon ein Thema.»

«Wir wissen es ja schon lang, dass es wegen des Klimawandels in diese Richtung geht. Und dieses Jahr ist ein Beispiel, was es konkret bedeutet. Das ist schon krass», sagt Oliver Rutz. Die Menge an Regen sei nicht das Problem, sondern die Verteilung über das Jahr. «Zudem finde ich es sehr anstrengend, draussen bei dieser Hitze zu arbeiten.»

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