Wettingen
02.09.2020

NAB: Welche Filialen bleiben?

Noch ist unklar, welche NAB-Filialen nach dem Zusammenschluss mit der Credit Suisse geschlossen werden und welche unter dem Namen der Credit Suisse weiterlaufen. Im Bild: Die NAB-Filiale an der Landstrasse in Wettingen. Rahel Bühler

Noch ist unklar, welche NAB-Filialen nach dem Zusammenschluss mit der Credit Suisse geschlossen werden und welche unter dem Namen der Credit Suisse weiterlaufen. Im Bild: Die NAB-Filiale an der Landstrasse in Wettingen. Rahel Bühler

Seit einer Woche ist klar: Die Neue Aargauer Bank verschwindet. Auch die beiden Standorte in Wettingen und Spreitenbach sind vom Zusammenschluss mit der Credit Suisse betroffen. Wie, ist allerdings noch unklar.

Von: Rahel Bühler

Die Nachricht verbreitete sich vergangene Woche wie ein Lauffeuer: Die Neue Aargauer Bank (NAB) gibt es bald nicht mehr. Ihr Mutterkonzern, die Credit Suisse, übernimmt sie komplett. Der Name NAB wird dadurch verschwinden. 530 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs. Der bisherige NAB-CEO, Roland Herrmann, wird seinen Posten abgeben. «Im Aargau wird beabsichtigt, die NAB mit der Credit Suisse (Schweiz) AG zusammenzuführen», heisst es in der Medienmitteilung der Credit Suisse (CS). Total gibt es im Aargau 26 NAB- und 4 CS-Filialen. Gemäss der Medienmitteilung sollen von den NAB-Standorten nur 12 erhalten bleiben.

Welche das sein werden, wisse man zwar, würde es aber noch nicht kommunizieren. Auch auf Nachfragen der Limmatwelle ist bei der Medienstelle der Credit Suisse nichts Näheres zu erfahren: «Wir geben keine Informationen zu den einzelnen Standorten», sagte eine Sprecherin. Wie es mit den Standorten in Wettingen und Spreitenbach aussieht, ist noch unklar.

Was mit den Mitarbeitenden geschieht, ist ebenfalls offen

Als Grund für den Zusammenschluss von NAB und CS gibt Letztere etwa die Digitalisierung an: «Die Entwicklung ist unausweichlich, weil die digitale und die telefonische Beratung an Bedeutung gewinnen. Wir passen unsere Strukturen dem veränderten Kundenverhalten an», sagte CS-CEO André Helfenstein in einem Interview mit der «Aargauer Zeitung» von vergangener Woche. Durch den Umbau der CS werde das Unternehmen etwa 100 Millionen Franken einsparen können.

Was heisst das nun für die Kunden? «Für Kundinnen und Kunden der NAB ergeben sich bis auf Weiteres keinerlei Änderungen», steht in der Medienmitteilung. Die Kunden müssten selbst nichts machen. Auch koste die Zusammenführung die Kunden nichts. Im Gespräch mit der «AZ» sagte Helfenstein weiter: «Es ändert sich auch insofern wenig, als sich die Strategien von NAB und CS in den vergangenen Jahren stark angenähert haben.» Die NAB werde zwar integriert. Der Aargau werde aber nach wie vor eine starke Stellung innerhalb der Credit Suisse haben. Er sei nach Zürich und der Romandie die drittgrösste Region. Das Regionalfernsehen «TeleM1» berichtete jedoch in der Ausgabe vom Samstag, dass bereits Hunderte Kunden zur Konkurrenz wechselten.

Was mit den Mitarbeitenden geschieht, ist derzeit ebenfalls unklar. Die NAB beschäftigt im Moment 530 Vollzeitangestellte. In der Medienmitteilung macht die CS keine Angaben dazu. Es heisst lediglich, ein Stellenabbau sei «unvermeidlich». «Der Stellenabbau wird etwa gleich verteilt sein zwischen Credit Suisse und NAB», sagte Helfenstein gegenüber der «AZ».

Mit dem Aus der NAB geht im Aargau eine über 200-jährige Firmengeschichte zu Ende. Gegründet wurde sie 1812. Damals schlossen sich mehrere Gewerbebanken zusammen. Seit 1994 beteiligt sich die CS an der NAB. Mittlerweile hat die Bank 200000 Kunden. Die NAB sponserte in den vergangenen Jahren zudem die Wahl des Aargauers des Jahres. Dieser Anlass soll weitergeführt werden, heisst es vonseiten der CS.