Corona vermiest die Fasnacht

Keine Guggen, kein Verkleiden, kein Festen. Wie die Guggen trotzdem durch das Corona-Jahr kommen.

Dämonisch: Ein Bräusi-Vogel am Hotschenball in Ehrendingen. Bild: Alexander Wagner
Dämonisch: Ein Bräusi-Vogel am Hotschenball in Ehrendingen. Bild: Alexander Wagner

Wer dieser Tage auf die Strassen tritt, hört, anders als sonst, nicht bereits aus der Ferne die Blechbläser und Trommeln der Guggen. Man tritt nicht auf farbenfrohes Konfetti im Schnee, keine Wagen fahren durch die Strassen, keine närrisch Kostümierten. Dort, wo sonst etwas ist, fehlt nun etwas.

Wer dieser Tage in die Limmatwelle blickt, liest, anders als sonst, kein Vorschauprogramm auf die Fasnacht – sondern diesen Artikel hier. Ein ungewohnter Text für eine spezielle Zeit.

Auch die Guggen der Bräusi-Vögel haben in der Limmatwelle im Dezember bereits traurig verkündet, die Larven blieben 2021 im Schrank, und das Festen in Gedanken. Um darüber hinwegzutrösten, gibt es auch im Ausfalljahr eine Fasnachtsplakette. «Sie wird dieses Mal etwas besonders sein. Aber mehr möchte ich noch nicht verraten», sagt Lienberger. Eine Spezialausgabe der Fasnachtszeitschrift «Ratzengässler» sei ebenfalls in Arbeit und werde direkt in die Briefkästen geliefert.

Noch eine ganze Weile hoffte die Spreitenbacher Guggentruppe darauf, ihre geliebte «fünfte Jahreszeit» doch noch feiern zu können, auch wenn vielleicht im kleineren Rahmen. «Wir dachten etwa an ein Platzkonzertauf dem Dorfplatz», sagt Reto Lienberger, Präsident der Bräusi-Vögel. Daraus wird aufgrund der verschärften Coronamassnahmen nun nichts. Viel Zeit bleibt den Bräusi-Vögeln jedoch nicht zum Trauern: Die nächste Grande Spaghettata soll wie geplant vom 3. bis 5. September stattfinden. Parallel dazu laufen bereits die Vorbereitungen zum 50-Jahr-Guggen-Jubiläum. Bei den anderen Guggen in der Region läuft nicht viel – Ersatzpläne haben sie keine. (LiWe)

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