Wichtiges Traktandum an Gmeind

An der Neuenhofer Sommergmeind wird wohl besonders ein Traktandum ins Auge fallen: eine ­knappe Verdoppelung des Pensums innerhalb der Schulverwaltung.

Die Gemeinderäte stellen an der kommenden Sommergmeind einen wegweisenden Antrag.   Archiv/Walter Schwager
Die Gemeinderäte stellen an der kommenden Sommergmeind einen wegweisenden Antrag. Archiv/Walter Schwager

Drei Burn-outs in der Vergangenheit. Eine traurige Bilanz, die ausgerechnet jene Institution betrifft, die in Neuenhof grosse Herausforderungen hat, aber auch grosse Erfolge erbringt: die Schule und ihre Verwaltung. An der kommenden Sommergmeind wird der Gemeinderat mit der Unterstützung der Finanzkommission einen Antrag stellen, der das Pensum in der Schulverwaltung auf 350 Prozent erhöht. Darin enthalten sind 90 Prozent Reserve, die erst ausgelöst werden, wenn sie zum Tragen kommen. Das klingt nach viel. Auf den zweiten Blick hingegen scheinen die Zahlen nüchtern zu sein. Momentan verfügt die Schulverwaltung über gemeinsame Pensen von 170 Prozent.

Die Schule als Firma

Die Schule mag ein öffentliches Organ sein. Ein Vergleich mit der Privatwirtschaft aber bringt eine Veranschaulichung. In Neuenhof hat es rund 1000 Schülerinnen und Schüler in der Gesamtschule. Diese werden auf 130 Lehrkräfte und 20 Klassenassistenzen verteilt. Für all diese Interessengruppen gibt es 170 Stellenprozente zur Verwaltung. Hinzu kommt, dass der Kanton Aargau die Personalplanung 2020 an die Schulen delegierte. Was in Neuenhof konkret bedeutet, dass zu den üblichen Verwaltungstätigkeiten ein massiver HR-Prozess hinzukommt. In Zahlen heisst das: jährlich 400 bis 500 Arbeitsverträge in vierfacher Ausführung. Hinzu kommt, dass mit dem neuen Lohnsystem Lohneinstufungen gemacht werden müssen, in denen ein Erfahrungsanteil miteinbezogen werden muss. Eine Durchregulierung, die Kopfschütteln verursacht. Wie auch Gemeinderat Felix Mehmann zu bedenken gibt, mache das alles nicht leichter: «Die Schulen leiden an akutem Fachkräftemangel. Anstatt Hilfe gibt es aber zusätzliche Regulierungen und einen massiven Mehraufwand für die Verwaltung.»

Überlastung hinterlässt Spuren

Alle diese Aufgaben zu bewältigen, scheint eine Herkulesaufgabe zu sein. Dieser verweilt der Legende nach aber auf dem Olymp und nicht an der Neuenhofer Gesamtschule. Weswegen in den letzten drei Jahren drei Burn-outs verzeichnet wurden. «Nicht weil die Leute schlecht arbeiten», ist es Mehmann wichtig zu sagen. «In den letzten drei Jahren häuften sich Arbeitsausfälle in der Schulverwaltung und der Schulleitung durch Überbelastung der einzelnen Personen mit zu kleinen Ressourcen. Somit konnten die Stufenleitenden und die Gesamtschulleiterin ihre Arbeit nur unter sehr erschwerten Bedingungen meistern», resultiert er. Insgesamt beklagt die Schulverwaltung mittlerweile 300 bis 400 Überstunden. So möchte der Gemeinderat und die Finanzkommission an der Gemeindeversammlung diesen Juni eine Pensumerhöhung auf 350 Prozent beantragen. «Wir gehen hierbei vom Höchstwert aus. Die Zahlen und Prozesse werden dabei regelmässig begleitet und überprüft», erklärt Mehmann.

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