«ÖV ist jetzt schon stark verankert»

Gemeinderat Tobias Baumgartner (parteilos) stellt sich im März als Gemeindeammann zur Wahl. Im Interview verrät er seine Beweggründe.
Sie stellen sich am 8. März als Gemeindeammann zur Wahl. Was reizt Sie an diesem Amt? Ich übernehme gerne Verantwortung, das Amt ist anspruchsvoll und äusserst spannend. Auch zu wissen, dass man gemeinsam etwas bewegen kann, die zukünftigen Themen zu bearbeiten, das reizt mich sehr. Zu meinen Stärken gehört, dass ich Menschen zusammenbringen kann, ich bin entscheidungsfreudig und zielorientiert. Generell habe ich das Amt schon als Gemeinderat kennengelernt.
Sie würden mit einem Pensum von 40 % das Amt ausüben. Reicht das? Das ist korrekt. Es gab für die Arbeit des Gemeindeammanns eine Stellenbeschreibung, welche die bisherigen 80 % rechtfertigen. Wenn wir nun den operativen Teil vom strategischen loslösen, ergibt dies noch ein Pensum von 40 %. Ob das Pensum reicht, sehen wir dann, doch wir haben es im Gemeinderat diskutiert. Meine Bedingung war, dass ich bei meinem Arbeitgeber nicht kündigen muss.
Ist es ein Problem, dass Sie keine Partei haben, die Sie unterstützt? Bisher habe ich das nicht festgestellt. Es ist vielleicht ein Vorteil, weil man von anderen Parteien nicht «angefeindet» werden kann.
Sie arbeiten bei der SBB-Infrastruktur zu 100 %. Als Sie im Mai 2025 als Gemeinderat gewählt wurden, sagten Sie, dass Sie Ihr Pensum reduzieren könnten. Werden Sie dies tun? Wenn ich am 8. März gewählt werde, werde ich mein Pensum bei den SBB entsprechend reduzieren, das ist korrekt. Das habe ich natürlich vorgängig abgeklärt.
Ammann, Beruf und Familie, wie bringen Sie alles unter einen Hut? Wir brauchen bereits heute eine sehr gute Planung als Familie. Das wird nachher nicht anders sein. Dadurch, dass ich meine bisherige Arbeit reduzieren werde, habe ich mehr Zeit fürs Amt als Ammann. Mindestens rechnerisch gesehen ist es ein Nullsummenspiel. Ich bin natürlich nicht blauäugig, es werden mehr Aufgaben auf mich zukommen. Das geht nur dank der Unterstützung der Familie. Dafür bin ich meiner Frau und den Kindern dankbar.
Was würden Sie als Ammann anders machen als der nicht mehr zur Wahl angetretene Ammann Martin Uebelhart? Wir sind unterschiedliche Persönlichkeiten, haben andere Herangehensweisen. Das Ziel bleibt dasselbe. Ich werde versuchen, gemeinsam mit dem Gemeinderat, der Verwaltung und der Bevölkerung, Neuenhof Stabilität zu geben und vorwärtszubringen. Dies, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Wieso auch immer, aber ich glaube, die Stabilität ging ein bisschen verloren in letzter Zeit. Ich möchte aber niemandem einen Vorwurf machen.
Zwei brisante Neuenhofer Themen sind die Limmattalbahn einerseits und das Härdli andererseits. Welche Meinung haben Sie zur Limmattalbahn? Ich unterstütze natürlich den öffentlichen Verkehr, da ich auch aus dieser Branche komme. Ich unterstütze den Korridor für einen öffentlichen Verkehrsträger. Der ÖV ist jetzt schon in unserer Region stark verankert und wird auch in Zukunft ein Leistungsträger sein. Die Linienführung via Tägerhard ist jedoch nicht zielführend für die Neuenhofer Bevölkerung. Wenn sich die Reisezeit verlängert, dann ist es nicht mehr attraktiv und die Leute steigen nicht auf den ÖV um.
Wie sieht es beim Überbauungsprojekt Härdli aus? Diesbezüglich liegt ein Fachguthaben vor. Gemeinderat Marcel Gerny nimmt sich des Themas mit einem externen Fachberater an, um gemeinsam mit den beteiligten Partnern einen Schritt vorwärtszukommen. Man hat keinen gemeinsamen Nenner, und das ist schwierig. Da sind wir mit Marcel Gerny gut aufgestellt, er ist neu und nicht vorbelastet. Das Ziel ist, die Erarbeitung des Gestaltungsplans voranzutreiben.


