Das sagt die Bevölkerung zu Hitachi

Rund 80 interessierte Wettingerinnen und                Wettinger informierten sich am Gemeindeanlass.Alex Spichale
Rund 80 interessierte Wettingerinnen und Wettinger informierten sich am Gemeindeanlass.Alex Spichale

An einem Informationsanlass konnten sich erstmals die Einwohnerinnen und Einwohner zur möglichen Ansiedlung von Hitachi Energy im Tägerhard äussern. Es gab viele Fragen – auch kritische.

Die Gemeinde lud vergangenen Donnerstagabend in den Eventsaal des Tägi, um Einwohnende über den möglichen Zuzug des Tech-Konzerns Hitachi Energy zu unterrichten.

Die Firma spielt mit dem Gedanken, ihren Schweizer Hauptsitz ins Tägerhard zu verlegen. Dort soll auf zwei Parzellen der Ortsbürgergemeinde ein Campus für rund 400 Millionen Franken gebaut werden. Ab 2030 sollen auf dem 100000 Quadratmeter grossen Areal verschiedene Produktions- und Lagerhallen sowie Büro- und Administrationsgebäude für bis zu 3000 Mitarbeitende entstehen. Für Wettingen könnte dies jährliche Steuereinnahmen von bis zu 10 Millionen Franken bedeuten.

Aufgrund der Vorteile für die Gemeindefinanzen und für die regionale Wirtschaft legt sich Wettingen ins Zeug, damit Hitachi tatsächlich ins Tägerhard zieht. Das ist jedoch noch alles andere als gewiss. Es seien noch andere Standorte in der Schweiz im Rennen, betonte Ammann Markus Haas (FDP) am Informationsanlass, wie das «Badener Tagblatt» berichtete.

«Es ist uns wichtig, den Dialog zu öffnen», sagte Haas zu den rund 80 erschienenen Wettingerinnen und Wettingern. Ziel der Veranstaltung war es, den Puls der Bevölkerung zu fühlen. Sie sollte die Gelegenheit haben, ihre Meinung kundzutun und Fragen zu stellen.

Die Mehrheit der Anwesenden äusserte sich positiv zum Ansiedlungsprojekt. «Tolles Projekt, hervorragend aufgegleist, gutes Gelingen!» oder «Bitte nicht von Ewiggestrigen blockieren lassen», schrieben Teilnehmende auf Post-its. Sie konnten sich über diverse Informationsstelen zu Themen wie Umwelt, Mobilität, Landschaft und Verfahren sowie im Gespräch mit kantonalen und lokalen Experten ein Bild vom Projekt machen.

Doch es gab auch kritische Stimmen. Vor allem das Thema Verkehr und das befürchtete höhere Verkehrsaufkommen wegen der bis zu 3000 neuen Arbeitskräfte lösten viele Fragen und Bemerkungen aus. «Eine direkte Zufahrt von der Autobahn auf das Gelände wäre sinnvoll», hiess es beispielsweise. Eine gute Verkehrsplanung, die Priorisierung der S-Bahn-Haltestelle Tägerhard und ein direkter Bus an den Bahnhof Wettingen wurden gefordert. Doch auch Umweltthemen interessierten. «Aufwertungs- und Kompensationsmassnahmen für Natur und Landschaft inklusive Naherholung» wurden gewünscht. Jemand erkundigte sich: «Woher kommt das Ersatzland für die Landwirte?» Und auch der Wildtierkorridor, der durchs Tägerhard geht, wurde angesprochen.

Ammann Haas nahm die Fragen, Inputs und Forderungen entgegen und zeigte sich erfreut über die mehrheitlich positiven Feedbacks. Er versprach: «Wir werden diese in unsere weitere Planung einfliessen lassen und alle Schritte weiterhin offen kommunizieren.»

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