Wald den Menschen näherbringen

Wie steht es um den Boden im Wald? Und in welchen Regionen des Waldes ist der Boden schlechter bzw. besser? Solche und ähnliche Fragen sind am vergangenen Samstag beim Waldumgang in Neuenhof beantwortet worden.

Revierförster Markus Byland erzählt während des Waldumgangs Wissenswertes rund um Wald und Boden.Foto: ms
Revierförster Markus Byland erzählt während des Waldumgangs Wissenswertes rund um Wald und Boden.Foto: ms

«Der Boden», sagt Markus Byland, «ist das Kapital des Waldes.» So beschreibt der Revierförster die Bedeutung des Waldbodens während des rund zweistündigen Umgangs an diesem sonnigen Samstagnachmittag bei der Waldhütte in Neuenhof. Dann führt er die Gruppe von etwa zwei Dutzend Personen, unter ihnen übrigens auch Gemeindepräsidentin Susanne Voser, zu fünf verschiedenen Posten im Wald und erklärt die Beschaffenheit des Waldbodens.

Gutes Schuhwerk ist dabei gefragt, denn gerade abseits des Weges ist der Boden feucht – von der Trockenheit, die den diesjährigen Sommer geprägt hat, ist nicht mehr viel zu spüren. «Es hat mittlerweile geregnet», erklärt Byland. «Daher konnte sich der Wald erholen. Aber Trockenheit setzt den Wald unter Stress.» Besonders gut sei das im Hitzesommer 2003 zu beobachten gewesen: «Damals fielen im Sommer die Blätter der Bäume wie Laub zu Boden.»

Während des Umgangs weist Byland die Gruppe auf interessante Fakten hin. Auf der Fläche eines Fusses beispielsweise leben unter anderem eine Assel, eine Spinne, eine Schnecke, ein Hundertfüssler, vier Tausendfüssler und zahlreiche Würmer im Waldboden. Dieser besteht in den tiefer gelegenen Lagen des Mittellandes übrigens meist aus Parabraunerde, wie die Teilnehmenden des Waldumgangs erfahren. Die Parabraunerde ist tiefgründig und fruchtbar und kann Wasser und Nährstoffe gut speichern. Dass der Waldboden nicht überall die gleich hohe Qualität hat, erfährt die Gruppe an einem anderen Posten. Auf einer Grafik zeigt Byland, dass die Beschaffenheit des Bodens in höheren Lagen teils besser ist als unten. Dort wachsen die grossen Bäume wie die Eiche. «Solche Bäume, die sehr alt werden, sollten ihr ganzes Alter dort verbringen können», meint Byland. «Denn wenn man die Bäume vorher abholzt, gibt es keinen Nachwuchs.»

Nachdem die Gruppe den letzten Posten passiert hat, konnte man sich bei der Waldhütte mit einer Wurst verpflegen. Förster Byland hat mit dem Waldumgang eines seiner Ziele erreicht – er möchte den Menschen den Wald wieder näherbringen. «Heutzutage kennen viele nicht einmal mehr die bekanntesten Baumarten», sagt er. «Mit diesen Waldumgängen wollen wir dem entgegenwirken.»

Für Byland dürfte der Waldumgang, der in Neuenhof alle zwei Jahre stattfindet, öfter durchgeführt werden. Er überlegt sich, diesen Anlass bereits im nächsten Jahr wieder zu organisieren.

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