«Wäre schön, wenn wir mehr Kandidierende als freie Sitze hätten»

Die Ortsparteien luden zum Politapéro im Peterskeller. Das Interesse war gross, über 100 Bürgerinnen und Bürger fanden sich zu einem angeregten Meinungsaustausch ein.

Gemeinderatskandidaten Markus Hächler (l.) und Tobias Baumgartner stellten sich am Podiumsgespräch den Fragen der Neuenhofer Bevölkerung. Philippe Neidhart

Noch während Marco Hürsch (Mitte-Präsident) die versammelten Neuenhofer begrüsste, wurden im Saal weitere Stuhlreihen aufgestellt, um den zahlreichen Gästen im Peterskeller gerecht zu werden: «Wir haben nicht mit so viel Resonanz gerechnet», freute sich der Lokalpolitiker, der durch den Abend führte. Organisiert wurde der Anlass parteiübergreifend von Mitgliedern der SP, der Mitte, der FDP sowie der SVP mit dem Ziel, über die politischen Ämter in der Gemeinde zu informieren. Zudem erhielten die beiden Kandidaten für die Ersatzwahl des Gemeinderates am 18. Mai die Möglichkeit, sich den Fragen aus der Bevölkerung zu stellen.

Aufgaben der Kommissionen

Ein Grossteil der politischen Arbeit geschieht im Hintergrund – Bürgerin und Bürger bekommen oftmals nur das mit, worüber die Medien berichten. Informieren, Interesse wecken, motivieren und diskutieren», so das formulierte Ziel an diesem Abend. Als Erstes sprach Gemeindeammann Martin Uebelhart (Mitte) über die Funktionen, Kompetenzen und Aufgaben des Gemeinderates und seine Motivation, das Amt auszuüben: «Es ist kein 08/15-Job, für mich ist es eine Berufung, eine Herausforderung, die viel Abwechslung mit sich bringt.» Im Anschluss stellten Vertreterinnen und Vertreter der Kommissionen ihre Arbeit vor – quasi eine lokalpolitische Bildung im Schnelldurchlauf.

Damit dieses System funktioniert, braucht es aber auch genügend Leute, die sich für ein solches Amt zur Verfügung stellen: «Es wäre schön, wenn wir mehr Kandidierende als freie Sitze hätten», sagt Uebelhart, «nur so haben wir auch eine echte Wahl.» Auch Marco Hürsch betonte noch einmal die Wichtigkeit des politischen Engagements: «Es geht um unsere Kultur, um unsere Sozialwerke, unser Geld.» Für Interessierte lohnt sich ein Blick auf die Gemeindewebsite, denn momentan gibt es mehrere Vakanzen in den Kommissionen.

Kandidaten stehen Rede und Antwort

Nach rund einer Stunde und einer kurzen Verschnaufpause machten sich die beiden Kandidaten für die Gemeinderats-Ersatzwahl, Markus Hächler und Tobias Baumgartner (beide parteilos), bereit für die Podiumsdiskussion. Neben Bildung und Kultur kam auch das umstrittene und momentan sistierte Projekt «Härdli» zur Sprache. Dazu Baumgartner: «Es ist wichtig, dass sich Neuenhof weiterentwickelt.» Allerdings würde er sich erst eine Meinung bilden, wenn er über die Einzelheiten Bescheid wisse. Für Hächler hingegen ist klar: «Wir müssen abwarten und das Projekt zurückstellen.» Zudem sollte die Bevölkerung noch einmal dazu befragt werden, ob sie das geplante Arbeits- und Wohnquartier wirklich wollten.

Beim Thema Limmattalbahn waren sich die beiden Kandidaten hingegen einig: Mit der momentan angedachten Streckenführung ergeben sich keine Vorteile für Neuenhof. «Als Mitarbeiter der SBB bin ich dafür, den öffentlichen Verkehr auszubauen. Der Umweg über das Tägerhard nach Baden bietet jedoch keinen Mehrwert und ist am Endnutzer vorbei geplant», so Baumgartner. «Eine Streckenführung, die uns etwas bringen würde, ist aus der Perspektive des Platzbedarfs nicht umsetzbar», ergänzte Hächler.

Abschliessend ergriff noch einmal Marco Hürsch das Wort: «Politik heisst, sachlich miteinander zu diskutieren. Es braucht Mut, sich hier zu exponieren und die eigene Meinung zu vertreten.» Und dieser Abend war ein gutes Beispiel dafür, wie Lokalpolitik in einem respektvollen Rahmen funktionieren kann.

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