Mensch und seine Ressourcen im Zentrum

Ein Team der Fachhochschule Nordwestschweiz und Fachpersonen informierten über das Projekt «Anstiftung zur Nachbarschaft».

Martin Klöti im Gespräch mit Familie Benz im Peterskeller. Fotos: bär
Martin Klöti im Gespräch mit Familie Benz im Peterskeller. Fotos: bär

«Überall kommt das System an seine Grenzen, da muss es doch einen Ausweg geben», sagt Martin Klöti, Professor am Institut für Geistes- und Naturwissenschaften an der Fachhochschule Nordwestschweiz. In Neuenhof sind es die Finanzen, die das System erlahmen. Mit dem Projekt «Anstiftung zur Nachbarschaft» wollen Klöti und sein Team den Menschen in den Mittelpunkt stellen und zusammen mit seinen Ressourcen eine Alternative finden. «Neuenhof ist für uns mitunter eine Pilotgemeinde, um handfeste Auswege aus den vielfältigen Krisen zu finden, die sich die Welt in ihrer Geschichte der Industrialisierung und Globalisierung eingebrockt hat.»

Klöti hatte die Bevölkerung zu einem Infoanlass eingeladen, knapp 30 Neuenhoferinnen und Neuenhofer sind der Einladung vor acht Tagen in den Peterskeller gefolgt. Das Team, das aus der Fachhochschule, der Architektur, Kunst, Therapie und Unternehmensberatung kommt, wollte vom Publikum wissen, was ihnen in Neuenhof gefällt und was nicht. Schnell wurde ein grosser Kreis gebildet und die Bevölkerung erzählte, was ihr am Herzen liegt. Immer wieder wurde gesagt, dass Neuenhof vieles zu bieten habe, aber von aussen anders wahrgenommen werde.

Gertrud Burkhard sagte, sie sei bereit, ein aktives Dorf mitzugestalten. «Mir liegt Neuenhof sehr am Herzen. Leider stirbt der Zusammenhalt unter den Vereinen. Es ist mehr ein gegen- statt miteinander», sagte Hardy Wiederkehr. Kurt Rykart störte sich am System, daran, dass Neuenhof keinen Finanzausgleich erhält. Markus Kriesi bedauerte, dass keine Jugendlichen am Anlass teilgenommen hatten, andere, dass fast keine Ausländer da waren. Für Heinz Bär ist die Integration von Ausländern ein zentrales Thema, während Familie Benz sich einen Laden und ein Café wünscht, wo man sich treffen kann.

Klöti freute sich über all diese Rückmeldungen. Zusammen mit seinem Team wird er zusätzliche Interviews mit der Bevölkerung führen. Entstehen soll ein Ideenkatalog, der helfen soll, in Neuenhof eine lebendige und tragende Dorfgemeinschaft zu entwickeln. «Im Mittelpunkt stehen der Mensch und seine Ressourcen», so Klöti. Diese Ressourcen wollen er und sein Team anzapfen. Er freut sich über den Teilnehmervorschlag, jeder solle doch an das nächste Treffen einen ausländischen Einwohner mitbringen. «Wenn schnell die ganze Gemeinde eingeschaltet wird, haben wir eine gute Basis.»

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