Neuenhof
08.01.2020

Die Jugendbühne Neuenhof führt dieses Jahr das Stück «Ich weiss vo nüüt!» auf

Valentin Hälfer (Pirmin Ursprung, links) im Gespräch mit dem Kriminalkommissar Hugo Pölsterli (Marcel Ilg, Mitte) und Leo Lustenberger (Thierry Engel, rechts). Gaby KostDer Bundesrat Oskar Frey (Michael Voser, links), die «leichte» Blondine Olga (Melanie Burtscher, Mitte) und Lilly Lustenberger (Giulia Roth).

Valentin Hälfer (Pirmin Ursprung, links) im Gespräch mit dem Kriminalkommissar Hugo Pölsterli (Marcel Ilg, Mitte) und Leo Lustenberger (Thierry Engel, rechts). Gaby Kost

Der Bundesrat Oskar Frey (Michael Voser, links), die «leichte» Blondine Olga (Melanie Burtscher, Mitte) und Lilly Lustenberger (Giulia Roth).

Hinter den Kulissen lief bei der Jugendbühne Neuenhof dieses Jahr nicht alles glatt. Ihr neues Stück feiert am 11. Januar Premiere.

Melanie Borter

Begonnen hatte alles wie immer: Die Jungendbühne Neuenhof probte ab Ende August zweimal wöchentlich für ihr neues Stück «Ich weiss vo nüüt!». Die Komödie in zwei Akten handelt von Leo Lustenberger (gespielt von Thierry Engel), der zusammen mit seinem guten Freund Valentin Hälfer (Pirmin Ursprung) am Morgen nach einer durchzechten Nacht verkatert aufwacht. Lustenberger wurde am Vorabend zum Anwalt des Jahres gewählt. Das feierten die beiden so ausgiebig, dass sie sich an fast nichts mehr erinnern. Als plötzlich ein Kriminalkommissar vor der Tür steht, eine fremde Dame auftaucht und sie erfahren, dass der Bundesrat, der die Laudatio gehalten hatte, entführt wurde, beginnt ein witziger Lügenreigen. Als Lustenbergers Frau (Giulia Roth) dann auch noch früher als geplant nach Hause kommt, ist das Chaos perfekt.

Die Jugendbühne inszeniert dieses Jahr aber nicht bloss auf der Bühne ein perfektes Chaos, sondern verstand es gleichzeitig, ein Chaos hinter der Bühne zu verhindern. Denn mitten im Endspurt musste die Regisseurin Jasmine Baumann aus persönlichen Gründen die Jugendbühne verlassen. «Das war für uns eine schwierige Erfahrung», sagt Isabel Ursprung. «Aber wir konnten auch gute Aspekte daraus ziehen.»

Bereits im Vorfeld des letzten geplanten Anlasses im 2019 gab es Turbulenzen: Damals wurden die Proben und die Aufführung bereits im August 2018 gestoppt. Dies wegen eines anonymen Briefes an ein Mitglied der Jugendbühne.

Ursprung stand dieses Mal nicht auf der Bühne, konnte deshalb einspringen, ihre beruflichen Erfahrungen als Regieassistentin einbringen und wichtige Inputs geben. Als Regieersatz möchte sie sich aber nicht betiteln, sie sei bloss bei den letzten Proben und am langen Probesonntag dabei gewesen. Die wichtige Hauptarbeit habe die frühere Regisseurin geleistet. Trotzdem: «Es ist nicht einfach, wenn in einer Theatergruppe plötzlich die Leitung fehlt», erzählt sie. Alles müsse besprochen werden und brauche dann mehr Zeit. «Dafür hat sich eine ganz eigene, sehr positive Gruppendynamik entwickelt», sagt die 29-Jährige, die aufgrund ihres Alters sehr bald nicht mehr bei der Jugendbühne mitspielen darf. Per Vereinsstatuten dürfen die Schausteller höchstens 30 Jahre alt sein.

«Wir suchen dringend Nachwuchs», sagt Ursprung. Sie hätten deswegen schon in Schulen, bei der Jungwacht und im Blauring Flyer aufgelegt. Bislang ohne Erfolg. Vielleicht melden sich ja ein paar Interessierte nach einer der fünf Vorstellungen? «Das würde uns sehr freuen», sagt Ursprung.

«Ich weiss vo nüüt!», Samstag, 11., Freitag, 17., Samstag, 18., Freitag, 24., Samstag, 25. Januar, jeweils um 20 Uhr, im katholischen Pfarreiheim in Neuenhof.