Neuenhof
13.10.2021

Ein junger Grüner kandidiert

Mohaya Devay. (Bild: zVg)

Mohaya Devay. (Bild: zVg)

Mohaya Devay will Neuenhofer Gemeinderat werden. Der Grüne könnte in stiller Wahl gewählt werden. Die Ausgangslage und 6 Fragen an den Kandidaten.

Von: Robin Schwarz

Da Gemeinderat Marco Hürsch (Die Mitte) nicht mehr bei den kommunalen Gesamterneuerungswahlen vom September für seinen Sitz angetreten ist und sich keine Ersatzkandidatur gefunden hat, kommt es in Neuenhof nun zu einem zweiten Wahlgang. Für den vakanten Sitz kandidiert nun der Grüne Mohaya Devay.

Im eher bürgerlich gefärbten Neuenhofer Gemeinderat wäre er bei tatsächlicher Wahl wohl der linkste Amtsinhaber. Aktuell ist Die Mitte mit Gemeindeammann Martin Uebelhart und Marco Hürsch mit zwei Personen vertreten, die FDP und SVP stellen mit Fred Hofer und Petra Kuster Gerny je einen Gemeinderat. Dazu kommt der parteilose Daniel Burger.

Da mit Devay nur eine Person im zweiten Wahlgang kandidiert und lediglich ein Sitz zu vergeben ist, kommt es nochmal zu einer Nachmeldefrist. Bis am 19. Oktober um 12 Uhr können sich also noch weitere Kandidaten dem 25-jährigen Grünen entgegenstellen. Meldet sich bis dahin niemand, würde Devay in stiller Wahl gewählt. Lassen sich noch weitere Kandidierende finden, käme es zu einem regulären zweiten Urnengang Ende November.

Die Frage: Weshalb scheint es schwierig zu sein, in einer Gemeinde mit rund 8000 Einwohnern Kandidaten für die Regierung zu finden? Ein Teil der Antwort: Gemeinderat ist kein Vollzeitjob, es erfordert also einiges an Planungsflexibilität, was zum Beispiel Sitzungszeiten angeht. Ob es doch noch zu einer Gegenkandidatur kommt, darf bezweifelt werden.

Bisherige im Amt bestätigt

Im ersten Wahlgang sind alle Bisherigen problemlos bestätigt worden. Das mit 788 Stimmen beste Resultat erreichte Gemeindeammann Uebelhart vor Daniel Burger, Fred Hofer und Petra Kuster Gerny.

Das Wahlbüro zählte zudem 29 Stimmen für Tim Voser (FDP), der allerdings weder für den ersten Wahlgang kandidiert hat noch für den zweiten Wahlgang kandidieren wird. Der Student wird 2022 ein Austauschsemester absolvieren und kann sich deshalb nicht für den freien Sitz zur Verfügung stellen.

Sie kandidieren im zweiten Wahlgang als Gemeinderatskandidat – warum nicht schon vorher? Die Kandidatur ist bereits ein längerer Entscheidungsprozess. Da die Semesterprüfungen meines Studiums auf das Wahldatum fielen und ich in die Unterstützung für Einwohnerratswahlen engagiert war, wollte ich damals keine nebensächliche Kandidatur angehen. Wenn ich etwas angehe, dann richtig. Jetzt ist der Zeitpunkt da.

Beschreiben Sie Ihre politische Gesinnung möglichst kurz. Links-Grün. Lösungsorientiert.

Wie wollen Sie im eher bürgerlichen Gremium Ihre linken Standpunkte durchsetzen? Mit Fakten und Zahlen überzeugen, mein breites Netzwerk über kantonale und bundesweite Gremien wirkt dabei unterstützend. Ein aktiver Austausch und aktives Zuhören sind von zentraler Bedeutung. Zielkonflikte gehören dazu, Lösungen ebenso. Letztendlich wollen wir alle zur Attraktivität und Lebensqualität in Neuenhof beitragen.

Sie waren bisher vor allem überregional politisch tätig, warum wollen Sie sich jetzt auch in der Gemeindepolitik einsetzen? Durch Mitmachen, Zuschauen und -hören lernte ich, wie die Welt der Politik funktioniert. Die Gemeindepolitik ist genauso wichtig wie die überregionale politische Tätigkeit. In der Gemeindepolitik, ist man nah bei den Menschen vor Ort und kann direkter entscheiden. Es ist Zeit, dass auch die links-grüne Meinung der Bevölkerung im bürgerlichen Gremium vertreten ist. Die unterschiedlichen Ansichten bringen kreative Ergebnisse für Neuenhof.

Was wollen Sie bis zum Legislaturende erreicht haben? Ich setze den Fokus auf Nachhaltigkeit und was zusätzlich im lokalen Rahmen machbar ist. Die Förderung von Jugendlichen und lokalem Kulturangebot. Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur. Zusammenarbeit mit Nachbarsgemeinden vertiefen.

Wer sind Sie als Mensch und wo trifft man Sie? Ich bin in der Region in multikulturellem Umfeld aufgewachsen und seit Jahren in der Arbeitswelt tätig. Werte wie Empathie, Inklusion und Teamengagement wurden mir auf den Weg gegeben. In Neuenhof bin ich beim Einkaufen, beim Musizieren am Klavier, im Naherholungsgebiet an der Limmat oder im Wald, beim Tischtennis oder auf Sportplätzen anzutreffen. Ansonsten in Baden, Wettingen, Zürich, Aarau, Bern – Mit Freunden, Familie, an Events oder im Ausgang.