12.08.2020

«Wir wünschen uns, dass Corona schnell weggeht.»: So startete Neuenhof ins neue Schuljahr

Diese Primarschüler möchten Neues lernen und erfolgreich sein. Melanie Bär
Zum Schulanfang pusteten die Schüler Seifenblasen in die Luft.

Diese Primarschüler möchten Neues lernen und erfolgreich sein. Melanie Bär

Diese Primarschüler möchten Neues lernen und erfolgreich sein. Melanie Bär
Zum Schulanfang pusteten die Schüler Seifenblasen in die Luft.

Zum Schulanfang pusteten die Schüler Seifenblasen in die Luft.

77900 Schüler haben am Montagmorgen im Kanton Aargau ins neue Schuljahr gestartet. In Neuenhof mit Spezialprogramm.

Von: Melanie Bär

«Wir wünschen uns, dass Corona so schnell weggeht, wie es gekommen ist», steht auf einem blauen laminierten Blatt geschrieben, das auf dem Schulareal hängt. «Eine Cafeteria, dass wir immer Turnen haben und wir fliegen können» und: «Wir möchten in die Zukunft reisen» wird auf einem anderen Plakat gewünscht. Die Neuenhofer Zweit- bis Neuntklässler haben zum Schulstart ihre Wünsche notiert und auf dem Schulareal aufgehängt. Während jene der jüngeren Schülerinnen und Schüler teilweise nicht ganz realistisch waren, schrieben die älteren konkrete Wünsche auf.  9.-Klässlerinnen Dragana und Joana haben vor allem einen Wunsch: eine Lehrstelle finden. Ihre Stimmungslage ist an diesem ersten Schultag nach den Ferien zwiegespalten; zwischen Freude aufs Neue und Wehmut, dass mit dem Schulbeginn das letzte Schuljahr gestartet hat. «Danach beginnt das Erwachsenenleben», sagt Dragana und Joana fügt an: «Schade, dass man dann die Klasse verliert.»  

Via App kommuniziert die Schulleitung mit den Eltern

Der besondere Start nach den Ferien gehört in Neuenhof zur Tradition. Darauf wollte man auch dieses Jahr nicht verzichtet – auch wenn man wegen des Coronavirus ein paar Anpassungen vornahm. Am ersten Schultag durften nur die Eltern der neuen Kindergärtler ihre Sprösslinge begleiten. «Wir verzichten im Moment auf Ansammlungen von Erwachsenen, führen also keine schulübergreifenden Elternanlässe durch», so Gesamtschulleiterin Renate Baschek. Kommuniziert wird trotzdem. Und zwar über eine App, die rund 80 Prozent der Eltern installiert haben. «Ziel ist eine hundertprozentige Abdeckung, sodass wir künftig schnell kommunizieren können», so Baschek. Via App hat die Schulleitung auch auf die Bestimmungen des Bund und die Quarantänepflicht bei der Ferienrückkehr aus Risikoländern aufmerksam gemacht. «Ein, zwei Kinder kommen deshalb ein paar Tage später zur Schule. Und einige Eltern haben uns kontaktiert, um sicherzugehen, dass sie alles richtig verstanden haben», sagt Baschek, die ein grosses Pflichtbewusstsein von Seiten der Eltern spürt. Weiterhin müssen die Kinder in der Schule keine Schutzmasken tragen. Nach dem Lockdown wurden in einigen Schulzimmern Plexischeiben installiert und Abstände markiert. «Ansonsten erfolgte der Start normal und wir konnten letzte Woche die letzte freie Stelle besetzen.» Kantonsweit konnten hingegen nicht alle 5600 Vollzeitstellen besetzt werden, teilte das Departement Bildung, Kultur und Sport mit. Einige Teilpensen seien noch offen. 

Neu werden ab der 5. Klasse Französisch und Medien unterrichtet

Als Meilenstein in der Aargauer Volksschule bezeichnet der Kanton die Einführung des neuen Lehrplans. Als Folge werden die Schüler jetzt ab der 5. Klasse bis Ende der Oberstufe im Fach «Medien und Informatik» unterrichtet. Ebenfalls ab der 5. Klasse lernen die Schüler als zweite Fremdsprache Französisch – ein Jahr früher als bisher. Zudem tritt die Änderung in der Bereitstellung, Bewilligung und Finanzierung von Pensen in Kraft.