22.07.2020

Sommerserie: Blumenoase im vierten Stock

Terrasse mit blühender Blumenpracht an der Zürcherstrasse in Neuenhof. Melanie Bär

Terrasse mit blühender Blumenpracht an der Zürcherstrasse in Neuenhof. Melanie Bär

Leser Edwin Ernst beweist, dass Terrassen den herkömmlichen Gärten in Sachen Blumen in nichts nachstehen.

Von: Melanie Bär

«Meine Blumeninsel an der Zürcherstrasse 188 in Neuenhof», schrieb Leser Edwin Ernst unter das Bild, das er der Redaktion mailte, nachdem als Sommerserie in der Limmatwelle verschiedene Gärten gezeigt worden waren. Der 87-Jährige beweist, dass auch Terrassen und Balkone in eine Grünoase verwandelt werden können. Seine Blumeninsel befindet sich nämlich im 4. Stock eines Mehrfamilienhauses. 30 Töpfe mit blühenden Blumen in den verschiedensten Farben stehen auf der Terrasse der Attikawohnung unter freiem Himmel, von Lavendel über Geranien, Fuchsien, Rosen bis zu Veilchen, Orchideen, Lilien und Hibiscus. Edwin Ernst hat ein Bewässerungssystem installiert, sodass die grossen Blumentöpfe abends automatisch gewässert werden. 

In einem Topf wachsen Tomaten und ein paar Kräuter. «Früher war ich fürs Gemüse und meine Frau für die Blumen zuständig», sagt der Rentner. Seit seine Frau vor knapp einem Jahr verstorben ist, pflegtt und hegt er nun auch die Blumen. «Ich gebe ihnen Sorge, solange es geht und ich Freude daran habe.» Freude an der blühenden Natur scheint nicht nur er, sondern auch seine Hauskatze zu haben, die am liebsten unter dem Liegestuhl schläft, wo es schön schattig ist.

75 Jahre Würenlos, 10 Jahre Neuenhof

Der gebürtige Würenloser hat mit seiner Frau 75 Jahre in Würenlos gelebt, wo er 25 Jahre als selbstständiger Mechaniker arbeitete. Das Einfamilienhaus hat er seinerzeit selbst gebaut. Schon damals hatten sie einen grossen Garten. Weil Haus und die 10 Aren Grünfläche viel Arbeit gaben und die Mobilität von Jeannette Ernst abnahm, suchten sie eine Wohnung und zogen vor zehn Jahren nach Neuenhof. 

Von der Terrasse aus sieht man bei gutem Wetter zu Rüsler, Hochwacht und Uetliberg. «Ich fühle mich in Neuenhof sehr wohl», sagt Edwin Ernst. Er singt im Männerchor mit, der ihn Anfang Jahr mit einer Urkunde für 60 Jahre Sängertätigkeit ehrte. Dank der Pflege der Blumen wurde es ihm auch während des Lockdowns nicht langweilig. «Aber ich bin froh, dass die Restaurants wieder offen sind und ich meinen täglichen Kaffee im Bahnhöfli nehmen kann.»

In der Sommerserie stellt die Limmatwelle verschiedene Gärten, Balkone und ihre Gärtner vor.