09.07.2020

Ausgezeichnete Arbeit: Irene Schnellmann erhält Preis beim Gestaltungswettbewerb

Die Neuenhoferin Irene Schnellmann vor der Kantonsschule in Wettingen. Melanie Borter
Die prämierte Zeichnung zeigt, wie man in Zukunft vielleicht einkaufen geht.

Die Neuenhoferin Irene Schnellmann vor der Kantonsschule in Wettingen. Melanie Borter

Die Neuenhoferin Irene Schnellmann vor der Kantonsschule in Wettingen. Melanie Borter
Die prämierte Zeichnung zeigt, wie man in Zukunft vielleicht einkaufen geht.

Die prämierte Zeichnung zeigt, wie man in Zukunft vielleicht einkaufen geht.

Diese Auszeichnung beim diesjährigen Gestaltugnswettbewerb der Kantonsschule Wettingen freut die Neuenhoferin sehr. Am Wettbewerb nahmen knapp 70 Schülerinnen und Schüler teil. Das Motto war «1000 Jahre Wettingen».

Von: Melanie Borter

Sie sitzt an einem grossen Tisch, der in der hintersten Ecke des Brudersaals der Kantonsschule Wettingen steht. Und lächelt der Journalistin zu, als diese mit suchendem Blick den Raum betritt. Irene Schnellmann besucht in der Klasse G3H die Kantonsschule Wettingen. Im Rahmen ihres Schwerpunktfachs Bildnerisches Gestalten nahm sie am diesjährigen Gestaltungswettbewerb der Schule teil. Zusammen mit 68 Schülerinnen und Schülern. Schnellmanns Arbeit wurde prämiert, die Limmatwelle möchte deshalb von der Neuenhoferin mehr erfahren über ihre Zeichnung und über sie selbst.

Der Brudersaal ist an jenem Montagmittag, zwei Wochen vor den Sommerferien, auffallend leer: Es ist warm, die Sonne scheint, viele essen im Freien zu Mittag. Zudem sind auch insgesamt wenig Schüler an der Schule. Zwar wurde der Präsenzunterricht seit dem 6. Juni auch an Berufs- und Mittelschulen wieder aufgenommen. «Aber nur jeweils ein Drittel der Lernenden ist hier, die anderen haben Fernunterricht», erklärt Irene Schnellmann. Immer noch herrscht hier also coronabedingter Ausnahmezustand. 

Thema des Wettbewerbs war «1000 Jahre Wettingen»

Der diesjährige Gestaltungswettbewerb der Kantonsschule Wettingen fiel mitten in den Lockdown. Das Thema, das die Schülerinnen und Schüler behandeln sollten, wurde aber bereits Mitte Februar kommuniziert: «1000 Jahre Wettingen». Anlässlich des 975-Jahre-Jubiläums sollten die Lernenden einen Blick auf Wettingen im Jahr 2045 wagen. Die Jury, bestehend aus den beiden Fachlehrerinnen Corina Zünd und Marian Beck, Wettingens Kultursekretär Stefan Meier und dem Gemeinderat und Kulturvorsteher Philippe Rey, prämierte neun Arbeiten. Darunter jene von Schnellmann.

Ihre Zeichnung im A3-Format zeigt, wie das Einkaufszentrum Tägi in Zukunft aussehen könnte: Auf dunklem, bemustertem Grund sind ein humanoider Roboter, der nummerierte Kunden bedient, zwei Innenansichten des Tägiparks und eine Detailansicht eines handgrossen Gerätes mit Digitalanzeige zu sehen. «Die Läden haben keine Schaufenster und kein eigenes Logo mehr, sondern sind genormt», beschreibt Schnellmann ihre Vision und fügt an: «Bezahlt wird mit einem Gerät, das auch die Zeit stoppt, in der man shoppen darf, denn die ist in Zukunft begrenzt. Es geht nicht mehr um Kundenkontakt, sondern nur noch ums effiziente Einkaufen. Ähnlich wie beim Onlineshopping», so Schnellmann. 
Die Schülerin arbeitet neben der Schule selbst im Verkauf. Würde sie eine solche Entwicklung denn begrüssen? «Es wäre positiv und negativ», sagt die 20-Jährige. «Einkaufen ginge viel schneller und wenn man nur noch mit einem Gerät bezahlen könnte, wäre das bestimmt einfacher. Dafür wäre es kein Erlebnis mehr.»

Schnellmann war erstaunt über ihre Prämierung

Als sie von ihrer Lehrerin erfuhr, dass sie eine der neun Prämierten ist, war sie erstaunt. «Da sind noch ganz viele andere coole und aufwendige Arbeiten abgegeben worden», sagt sie und verweist auf die Webseite, auf der man nun alle eingereichten Projekte sehen kann. Ist sie denn mit ihrer Arbeit nicht zufrieden? «Nicht so ganz», sagt Schnellmann selbstkritisch und erklärt, dass sie eigentlich viel versierter im Acrylbildermalen sei, das bei dieser Idee aber nicht gepasst hätte. «Also habe ich mit Pinselfilzstift und Farbstift gearbeitet. Den Zeichnungsstil könnte man als ‹Cyberpunk› bezeichnen: klar, schön, strukturiert», erklärt sie. Könnte sie nochmals von vorne beginnen, würde sie vermutlich versuchen, das Ganze digital zu zeichnen. «Aber zu wissen, dass die Arbeit so, wie sie ist, ausgezeichnet wurde, ist sehr schön», sagt Schnellmann und gibt zu, dass sie stolz ist auf die Auszeichnung. Auf die bevorstehende Ausstellung im Gluri-Suter-Huus freut sie sich sehr. Ab dem 27. September werden die neun prämierten Arbeiten im Rahmen der Ausstellung «Urban Sketchers@home» in einem eigenen Raum gezeigt. 

Wettingen will mit dem jährlich unterstützten Gestaltungswettbewerb Arbeiten junger Talente einem breiten Publikum zeigen und bei den Schülern der Kantonsschule Wettingen die Freude an der Kunst fördern. Irene Schnellmann möchte nach der Kanti auf alle Fälle einen künstlerischen Weg einschlagen: Sie will an der ETH Zürich Architektur und danach vielleicht Gamedesign an der ZhdK studieren.